Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Jahresbericht 2014 - Disziplin Voltige: Konstant grosse Erfolge

15 März 2015 07:00

In sportlicher Hinsicht stand für die Voltigierer das Jahr 2014 ganz im Zeichen der Weltreiterspiele in Caen. Die Vorbereitung auf den Grossanlass in der Normandie forderte von allen Beteiligten sowohl sportlich als auch organisatorisch ein hohes Engagement. Dass dieses mit einer Silbermedaille für Lütisburg im Gruppenvoltigieren und einer Bronzemedaille für Simone Jäiser im Damen Einzel belohnt wurde, erfüllte die WEG-Delegation und die gesamte Schweizer Voltigeszene mit Freude und Stolz. 

Auch die Gesamtleistung der Schweizer Voltigierer ist beeindruckend. So haben sich alle Teilnehmenden, mit einer Ausnahme, in ihrer jeweiligen Kategorie für den Finaldurchgang qualifiziert. Dies ist in Anbetracht des sehr hohen internationalen Niveaus keineswegs selbstverständlich. Dass solche Topleistungen in einer reinen Amateursportart mit geringen finanziellen Mitteln erreicht werden können, ist nur dem unermüdlichen Einsatz von Sportlern, Trainern und Helfern zu verdanken.

Etwas im Schatten der WEG stand die Voltige-Junioren-Europameisterschaft Anfang August im ungarischen Kaposvar. Hier reichte es zwar nicht für Medaillen, die Gesamtleistung kann sich jedoch durchaus sehen lassen und zeigt, dass auch im Nachwuchs eine gute Basis vorhanden ist. So belegte die Gruppe Harlekin den 4. Schlussrang und bei den Damen konnten sich zwei von drei Sportlerinnen unter den Top Ten platzieren. Nachholbedarf besteht sicher bei den Herren, wo es zurzeit an Leistungsträgern mangelt. Dies ist jedoch für den von Damen dominierten Voltigesport symptomatisch. Auch bei der in den letzten Jahren entwickelten breiten Basis im Pas-de-deux ist eine Leistungssteigerung nötig, um auf dem hohen internationalen Niveau mithalten zu können.

An der Schweizermeisterschaft, zum Abschluss der Turniersaison konnten sich wie erwartet die Favoriten durchsetzen und ihre Jahresleistung bestätigen. Ein Novum im Voltigesport war die Verlängerung des Anlasses durch den Veranstalter Lütisburg auf eineinhalb Tage, was eine erhebliche Entlastung des Zeitplans und somit die dem Anlass würdige Bedeutung brachte. Aus Sicht des Verbandes ist dies eine wünschenswerte Entwicklung. Ziel wäre eine zweitägige Voltige-SM, an der die Meister, analog den internationalen Turnieren, in mehreren Durchgängen gekürt werden.

Neue Richter ausgebildet

Ein Meilenstein konnte bei der Ausbildung der Richter erreicht werden. Im vergangenen Jahr haben mit Samuel Collins, Tabea Marfurt und Alessia Vannini gleich drei Richterkandidaten ihre Ausbildung mit einer erfolgreichen Prüfung abgeschlossen – wir gratulieren herzlich! Damit sind wir bei der Erweiterung und Verjüngung des Richterteams einen grossen Schritt weiter, auch wenn damit noch nicht die optimale Anzahl Richter verfügbar ist. Dies insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass ab der Saison 2015 jeweils vier Richter im Einsatz sind und sich Annemarie Gebs-Dar aus der Richtertätigkeit verabschiedet hat.

Im organisatorischen Bereich hat uns die vom SVPS und SVV beschlossene engere Zusammenarbeit per 1. 1. 2015 beschäftigt. Es gab diverse Detailfragen zu klären und auch die Umsetzung in der Software hatte ihre Tücken. Im Onlinenennsystem zeigte sich, dass unsere Auf- und Abstiegsregelung derart kompliziert ist, dass sie nicht elektronisch abgebildet werden kann. Auch die Schnittstellen zwischen dem SVPS-Lizenz- und -Nennsystem und der neuen Turniersoftware VORIS liessen sich nicht wie geplant bis Ende Jahr umsetzen. Wir sind jedoch zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben bis zu Beginn der Turniersaison 2015 gelöst zu haben. Bezüglich einer Vereinfachung des Auf- und Abstiegsmodus möchte ich im kommenden Jahr eine Diskussion in unserem Verband initialisieren.

Für das laufende Jahr stehen im Schweizer Voltigesport viele Neuerungen an. Die Einführung des Onlinenennsystems, die neue Turniersoftware VORIS sowie die Umstellung auf vier Richter werden von uns allen einen erneuten Effort fordern. Auch ein gewisses Mass an Toleranz wird nötig sein, da bei so vielen Umstellungen auch bei guter Vorbereitung nicht alles auf Anhieb reibungslos funktionieren wird und sich die neuen Prozesse erst einspielen müssen.

Höhepunkt der kommenden Turniersaison wird sicher der CVI in Bern sein. Ich freue mich sehr, dass dieser Anlass zustande gekommen ist und in der Schweiz nach Jahren wieder ein internationales Voltigeturnier durchgeführt wird. Ich wünsche dem top-aufgestellten OK gutes Gelingen bei der Umsetzung dieses Anlasses.

In Aussicht dieser Herausforderungen und Highlights wünsche ich allen Sportlern, Funktionären, Organisatoren und Supportern ein erfolgreiches 2015.

Marco Röthlisberger, Leiter Disziplin Voltige