Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Dossier: Ausbildung

Ein Traum kann wahr werden, wenn man will!

07 März 2022 08:00

So lautet das Motto der neuen Disziplinleitung Endurance beim Schweizerischen Verband für Pferdesport. Nach der Wahl von Claudia A. Spitz zur Chefin Sport im Leitungsteam Endurance wurde dieser Bereich neu strukturiert mit dem Ziel, an vergangene Erfolge anzuknüpfen.

An den Trainingsweekends werden Ausdauer und Tempo auf der Rennbahn auf die Probe gestellt. | © SVPS/Nicole Basieux) An den Trainingsweekends werden Ausdauer und Tempo auf der Rennbahn auf die Probe gestellt. | © SVPS/Nicole Basieux)

Es ist das Ziel des Leitungsteams, auch in der Endurance die Basis für eine individuelle Entwicklung hin zum Spitzensport zu legen und die Reiterinnen und Reiter, die den langen Weg in die internationale Elite gehen wollen, zu fördern - dies auch, indem sie früher in ihrer sportlichen Karriere von professionellen Trainings profitieren können. Dies ist der Disziplin nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Schutz der Pferde ein wichtiges Anliegen.

Aus diesem Grund wurden mit dem Elite- und dem Perspektivkader zwei Gruppen geschaffen, die jeweils durch eine Kaderverantwortliche geführt und betreut werden. Auch für die Junioren wurde eine Kaderverantwortliche bestimmt. Um die Jugendlichen in eine homogene Gruppe einzubetten, bestreiten sie Kurse und Trainings zusammen mit dem Förderteam, das denjenigen offensteht, die mit talentierten Pferden den Schritt vom nationalen in den internationalen Sport schaffen wollen. Alle drei Kader werden von einem Trainer und dem Equipentierarzt unterstützt.

Die Disziplin Endurance möchte an vergangene Erfolge anknüpfen: Das Team aus Andrea Amacher, Sonja Fritschi und Barbara Lissarrague gewann an den WEG 2014 in Caen (FRA) Bronze. | © Dirk Caremans Die Disziplin Endurance möchte an vergangene Erfolge anknüpfen: Das Team aus Andrea Amacher, Sonja Fritschi und Barbara Lissarrague gewann an den WEG 2014 in Caen (FRA) Bronze. | © Dirk Caremans

Ein langer Weg

Der Weg zur internationalen Spitze ist im Endurancesport sehr lang. Sowohl die Reiterinnen und Reiter als auch jedes Pferd muss immer alle Qualifikationsstufen durchlaufen, von den sogenannten «Novice Qualifications» als Leistungsnachweis auf nationaler Ebene im Hinblick auf eine internationale Sportkarriere bis zur Berechtigung für die Teilnahme an internationalen Titelkämpfen.

Das ist ein Weg, der drei bis vier Jahre dauert und mit vielen Stolpersteinen gepflastert sein kann. Die Disziplin Endurance des SVPS will die Reiterinnen und Reiter bei der Überwindung dieser Herausforderungen unterstützen. So soll für die Zukunft eine Basis geschaffen werden, damit regelmässig ein vollständiges Team an internationale Titelkämpfe entsandt werden kann.

An Europa- und/oder Weltmeisterschaften besteht ein Team aus fünf Mitgliedern, davon werden die drei besten Resultate gewertet. Im Moment erfüllen sechs Schweizer Reiterinnen und Reiter die Voraussetzung für die Teilnahme an internationalen Titelkämpfen der Disziplin Endurance. Allerdings dauert die Saison noch lange, und es kann viel passieren bis zur definitiven Selektion. So müssen alle Pferde vorher einen Tierarztcheck bestehen, denn nur wirklich fitte Pferde sind den Anforderungen eines Rennens über 160 Kilometer gewachsen - und es ist immer das oberste Ziel, dass die Pferde in guter Verfassung über die Strecke kommen, auch wenn man eine gute Klassierung erreichen will.

Trainingsweekends

Eine wichtige Basis der zukünftigen Arbeit sind die Trainingsweekends zu verschiedenen Themen. Im Frühjahr stehen das Pferd und die reiterliche Ausbildung im Mittelpunkt. Dabei werden die Kader mit dem französischen Spitzenreiter Allan Leon arbeiten. Dabei erhalten die Athletinnen und Athleten neue Inputs - denn jeder weiss, dass man im Trainingsalltag in eine gewisse Routine verfallen kann, und es hilft, wenn man neue Ideen mitnehmen kann, um mit frischem Elan an die Sache heranzugehen.

Ein Schwerpunkt in diesen Trainings ist auch der Vetcheck. Der Equipentierarzt Anton Assmann wird zusammen mit der Disziplintierärztin Linda Klein jedes Pferd genau unter die Lupe nehmen. Im Fokus steht dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und Verletzungen vorzubeugen, sodass die Pferde die Saison in bester Verfassung in Angriff nehmen können.

Natürlich wird auch theoretisch gearbeitet. So ist die Ernährung im Wettkampf ein zentrales Thema: Endurancereiterinnen und -reiter sind auf längeren Distanzen bis zu 14 und mehr Stunden unterwegs und müssen dafür sorgen, dass sie bei Kräften bleiben. Nicht zuletzt ist die Fitness der Athletinnen und Athleten auch in der Endurance ein immer wichtigeres Thema, denn nur ein Reiter, der sein Pferd mit seinem Sitz über Stunden optimal unterstützen kann, hat die Chance, auf längeren Strecken zu bestehen.

Auch das Dressurtraining ist für Endurancepferde von zentraler Bedeutung. | © SVPS/Nicole Basieux) Auch das Dressurtraining ist für Endurancepferde von zentraler Bedeutung. | © SVPS/Nicole Basieux

Die WM in Verona im Visier

Im Spätsommer wird dann ein weiterer Zusammenzug im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im Oktober in Verona (ITA) folgen. Daran teilnehmen werden jene Reiterinnen und Reiter, welche die Richtlinien der FEI für eine Selektion zu diesem Championat erfüllt haben. Dabei geht es vor allem darum, die Pferde nochmals durchzuchecken und der Selektionskommission letzte Informationen zum Trainings- und Gesundheitszustand von Pferden und Athletinnen bzw. Athleten zu geben. Danach erfolgt dann die definitive Selektion.

Das scheint sehr früh im Hinblick auf eine Weltmeisterschaft im Oktober, aber man darf nicht vergessen, dass Endurancepferde maximal zwei, in Ausnahmefällen drei, Ritte pro Jahr über die Distanz von 160 Kilometern absolvieren können. Denn nach jedem Ritt ist, genau wie bei den Marathonläufern, eine längere Pause nötig, damit die Pferde sich richtig regenerieren können. Dabei ist zu beachten, dass alle Pferde, die an Titelkämpfen eingesetzt werden sollen, in den zwei Jahren zuvor bereits zwei bestandene Ritte über 140 bis 160 Kilometer nachweisen müssen. Das bedingt ein gutes Management und eine sorgfältige Planung.

Den Abschluss des Jahres bildet nach dem Ende der Saison dann ein Theorietag ohne Pferde. Dort stehen verschiedene Themen auf dem Programm, ein wichtiger Faktor wird wiederum die Fitness der Endurancereiterinnen und -reiter sein.

Die Kaderverantwortliche der Elite Mireille Housencroft reitet selbst in den höchsten Stufen der Endurance. | © Claudia A. Spitz Die Kaderverantwortliche der Elite Mireille Housencroft reitet selbst in den höchsten Stufen der Endurance. | © Claudia A. Spitz

Engagierte Verantwortliche

Die neuen Kaderverantwortlichen haben ihre Arbeit mit viel Engagement aufgenommen. Das Elitekader wird von Mireille Housencroft betreut: Sie reitet selbst seit Jahren auch in den höchsten Stufen der Endurance, sie gewann zwei Medaillen an nationalen Meisterschaften und erreichte international Podestplätze. Sie möchte mit einem starken Team an die kommende Weltmeisterschaft reisen und langfristig eine solide Elite aufbauen.

Die Verantwortliche des Perspektivkaders Sandra Padrutt. | © Claudia A. Spitz Die Verantwortliche des Perspektivkaders Sandra Padrutt. | © Claudia A. Spitz

Sandra Padrutt arbeitet mit dem Perspektivkader: Auch sie besitzt langjährige Erfahrung und kann mehrere EM- und WM-Teilnahmen in der Endurance vorweisen. Unter anderem gewann sie 2005 Bronze mit dem Team und war bereits fünf Jahre lang Kaderverantwortliche der Schweizer Endurancejugend, die sie an drei internationale Titelkämpfe begleitet hat. Sie möchte die Reiterinnen und Reiter dahingehend fördern, dass sie ihre Saisonziele motiviert angehen und mit Freude und Leidenschaft an deren Erreichung arbeiten.

Die Verantwortliche für die Junioren und das Förderteam Jeanne Lehmann war bereits als Juniorin erfolgreich in der Endurance unterwegs.  | © SVPS/Nicole Basieux Die Verantwortliche für die Junioren und das Förderteam Jeanne Lehmann war bereits als Juniorin erfolgreich in der Endurance unterwegs. | © SVPS/Nicole Basieux

Die Verantwortung für die Junioren und das Förderteam hat Jeanne Lehmann: Sie hat selbst an internationalen Titelkämpfen in der Endurance teilgenommen, und zwar bei den Junioren und der Elite. Sie betreut die Endurancejugend schon länger und hat auf dieses Jahr auch das Förderteam übernommen. Sie möchte die Mitglieder ihrer Gruppe sorgfältig und nachhaltig an das höhere Niveau heranführen und sie für ihren weiteren Weg motivieren und vorbereiten.

Eines eint alle in diesem Team: Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde steht immer an oberster Stelle und duldet keine Kompromisse!

Claudia A. Spitz

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