Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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«Drei Fragen an…»: Pius Schwizer

23 Juni 2022 15:00

2022 begann für Pius Schwizer optimal. Der Reiter aus Oensingen im Kanton Solothurn erhielt im März mit Vancouver de Lanlore, im Besitz von François und Danielle Vorpe, eine erstklassige Verstärkung in seinen Stall. Mit diesem Hengst trug der ehemalige Weltranglistenerste zum grossartigen Sieg der Schweiz im Nationenpreis des CSIO St. Gallen Anfang Juni bei. Zwei Tage zuvor hatte er sich bereits im Grand Prix eine Klassierung geholt. Der nächste grosse Auftritt des Schweizer Teams ist ab kommendem Dienstag anlässlich des CHIO in Aachen geplant. Auch Schwizer ist Teil der Schweizer Equipe in Deutschland. 

Mit der Interview-Serie «Drei Fragen an…» begleitet der Schweizerische Verband für Pferdesport die Springreiterinnen und Springreiter wie auch ihre Entourage über die gesamte Saison und gewährt spannende Einblicke hinter die Kulissen dieses faszinierenden Sports.

Pius, bist du dir mit ein paar Wochen Abstand voll bewusst, was das Schweizer Team in St. Gallen erreicht hat, als es nach 26 Jahre wieder den Nationenpreis gewinnen konnte?

Es war einfach überwältigend! St. Gallen ist jedes Jahr eines unserer Hauptziele und was wir dieses Jahr erlebt haben, war sensationell, das Publikum war unglaublich. Wir haben gespürt, dass alle Zuschauer, die ganze Schweiz, hinter uns stand. Jeder hat mitgefiebert und so lange auf diesen Sieg gewartet. Ein Teil der Mannschaft zu sein, die es ermöglicht hat, diesen Nationenpreis zu gewinnen, ist ein überwältigendes Gefühl. Viele Medien, die normalerweise nicht über das Reiten berichten, sind durch diesen Erfolg auf uns aufmerksam geworden, und das ist sehr positiv für unseren Sport. Unser Team war stark und sehr geschlossen. Es hat mir riesigen Spass gemacht, an der Seite von Martin, Steve, Edouard und Bryan, die allesamt hervorragende Reiter sind, zu reiten. Persönlich bin ich überglücklich, dass ich mit Vancouver, der zwei Tage zuvor auch im Grossen Preis fabelhaft gesprungen war, so schnell eine solche Leistung erbringen konnte. Ich bin froh, dass wir uns so schnell gefunden haben. Nach dem ersten Umgang war ich nicht zufrieden mit mir und dachte, dass der Sieg verloren sei. In der Pause erhielt ich einen Anruf von Markus Fuchs. Er sagte mir, dass mein Pferd fantastisch springe und man meinen könnte, dass wir uns schon lange kennen würden. Er riet mir, in der letzten Linie einen Galoppsprung mehr zu machen. Das habe ich gemacht und es funktionierte. Markus fieberte ebenfalls mit uns mit, er ist ein grossartiger Pferdemensch und sein Anruf berührte und motivierte mich.

2022 : Nationenpreis-Sieg im St. Gallen im Sattel von Vancouver de Lanlore (Bild: Katja Stuppia) 2022 : Nationenpreis-Sieg im St. Gallen im Sattel von Vancouver de Lanlore (Bild: Katja Stuppia)

Vancouver de Lanlore ist vor etwas mehr als drei Monaten in deinen Stall gekommen. Kannst du uns etwas über ihn erzählen?

Er ist ein aussergewöhnliches Pferd, welches mit Penelope Leprevost, die ihn vor mir geritten hat, bereits grosse Erfolge erzielt hat. Mein Ziel ist es, dass er sich bei mir und mit mir wohlfühlt. Und das ist der Fall. Er ist sehr zufrieden im Stall, auf dem Turnier und im Parcours, das sieht man an seinem Auftreten. Dieses Pferd hat enormes Vermögen und einen enormen Willen und will nur eins: sein Bestes geben. Es ist extrem freundlich und unkompliziert. Er ist zwar ein Hengst, aber im täglichen Leben ist er absolut umgänglich. Allerdings ist er auch sensibel, wenn man in seiner Nähe ist. Man muss sehr sanft sein, ihn streicheln, ruhig mit ihm sprechen und immer ruhig bleiben. Aber wir haben sein Vertrauen gewonnen, auch dank des Teams, auf welches ich zählen kann und das sich sehr gut um ihn kümmert. Ich bin der Familie Vorpe äusserst dankbar, dass sie mir Vancouver anvertraut hat, und freue mich schon jetzt auf die nächsten Aufgaben mit ihm.

Ab Dienstag steht der CHIO Aachen auf dem Programm. Eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Was bedeutet Aachen für dich?

Ich hatte schon mehrmals das Glück, in Aachen zu reiten, eines der besten Turniere der Welt und ein grosses Ziel für jeden Reiter. 2010 war für mich zusammen mit Carlina ein Sieg im Grossen Preis zum Greifen nah. Wir sind hinter Eric Lamaze und Hickstead Zweite geworden. Dieses Jahr haben wir ein sehr gutes Team in Aachen und wir werden alles geben, um gute Ergebnisse zu erzielen. Ich mache mir keinen Druck, ich bin in Form, meine Pferde sind in Form. Wir freuen uns darauf!

Herzlichen Dank, Pius Schwizer, für das Gespräch.

Ein kleiner Rückblick auf einige Stationen der Karriere von Pius Schwizer

Die Schweizer Olympia Equipe von Hongkong 2008 bei der nachträglichen Übergabe der Bronzemedaille in Genf: Niklaus Schurtenberger, Christina Liebherr, Steve Guerdat und Pius Schwizer (© Kit Houghton) Die Schweizer Olympia Equipe von Hongkong 2008 bei der nachträglichen Übergabe der Bronzemedaille in Genf: Niklaus Schurtenberger, Christina Liebherr, Steve Guerdat und Pius Schwizer (© Kit Houghton)

2009 ist Pius Schwizer Teil der Europameister-Equipe von Windsor (GBR): V.l.n.r.: Pius Schwizer, Clarissa Crotta, Steve Guerdat und Daniel Etter (© Julia Rau) 2009 ist Pius Schwizer Teil der Europameister-Equipe von Windsor (GBR): V.l.n.r.: Pius Schwizer, Clarissa Crotta, Steve Guerdat und Daniel Etter (© Julia Rau)

Weltreiterspiele Kentucky 2010: Pius Schwizer ist mit Carlina IV Teil des Schweizer Teams (© SVPS/Micael Klopfenstein) Weltreiterspiele Kentucky 2010: Pius Schwizer ist mit Carlina IV Teil des Schweizer Teams (© SVPS/Micael Klopfenstein)

Olympische Spiele London 2012: Werner Muff, Steve Guerdat, Pius Schwizer, Paul Estermann (© SVPS) Olympische Spiele London 2012: Werner Muff, Steve Guerdat, Pius Schwizer, Paul Estermann (© SVPS)

Weltreiterspiele Caen 2014: Pius Schwizer startet in der Normandie im Sattel von Toulago (© Valeria Streun) Weltreiterspiele Caen 2014: Pius Schwizer startet in der Normandie im Sattel von Toulago (© Valeria Streun)

Mit Balou Rubin R wird Pius Schwizer 2017 und 2019 in Humlikon nach 2009 mit Ulysse X erneut Schweizermeister (© Angelika Nido) Mit Balou Rubin R wird Pius Schwizer 2017 und 2019 in Humlikon nach 2009 mit Ulysse X erneut Schweizermeister (© Angelika Nido)

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