Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Fünf Fragen und fünf Antworten: ein Blick hinter die Kulissen des Leitungsteams Springen

02 Februar 2021 09:00

Mit der Saison 2021 gibt es einige personelle Veränderungen im Leitungsteam Springen. Das «Bulletin» schaut zurück und blickt nach vorne: Wer sind die Menschen, die in ihrer Freizeit den Schweizer Springsport ehrenamtlich betreuen und gestalten? Das Speed Interview liefert Antworten.

Philipp Züger mit Acolino (Katja Stuppia) Philipp Züger mit Acolino (Katja Stuppia)

Stefan Kuhn, ehem. Disziplinleiter

Stefan Kuhn (zVg) Stefan Kuhn (zVg)

Stefan Kuhn ist Ende Dezember 2020 nach 12-jähriger Tätigkeit als Disziplinleiter aus dem Leitungsteam Springen zurückgetreten. Stets diskret im Hintergrund, aber mit viel Professionalität und grossem Tatendrang hat er die Disziplin über all die Jahre geführt. Das Leitungsteam, die Geschäftsstelle und der Vorstand des SVPS danken ihm an dieser Stelle für den stets angenehmen Austausch, seine hervorragende Arbeit und sein unermüdliches Engagement für den Schweizer Springsport.

Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Amtszeit?

Während meiner 12-jährigen Tätigkeit für den SVPS durfte ich unzählige schöne Momente erleben, und zwar nicht nur, wenn unsere Reiterinnen und Reiter grossartige Resultate erzielt haben. Auch in der tagtäglichen Arbeit, den Diskussionen und den Sitzungen gab es immer wieder schöne Momente und wertvolle Kontakte, an die ich mich sehr gerne zurückerinnere. Während meiner gesamten Amtszeit durfte ich auf ein kompetentes Leitungsteam der Disziplin Springen zählen, und die Zusammenarbeit war stets lösungs- und zielorientiert. So macht Teamwork Spass und das bleibt mir in allerbester Erinnerung.

Was war die grösste Herausforderung, die Sie meistern mussten?

Das ist keine einfache Frage … Spasseshalber könnte ich die fristgerechte Ablieferung des obligaten Jahresberichts zuhanden des Vorstands erwähnen. Nein, im Ernst: Lassen Sie mich die Frage etwas anders interpretieren und im Sinne von «herausfordernden Fragestellungen» beantworten, denn davon gab es in der Tat viele. Das muss aber auch so sein, denn das Leitungsteam Springen ist das richtige Gremium, um sich dieser Themen anzunehmen. Dank kompetenten Leitungsteammitgliedern und versierten Fachverantwortlichen hat das Gremium die Power, um Themen wirklich vorwärtszubringen. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass Lösungen nicht immer zu 100% für alle stimmen können. Unser Sport ist derart vielschichtig und hat verschiedenste Anspruchsgruppen, da gilt es, mehrheitsfähige Wege zu finden und umzusetzen. Ich glaube, dass dies in den letzten Jahren nicht allzu schlecht gelungen ist.

Wenn Sie Ihrem Nachfolger nur einen einzigen Ratschlag mit auf den Weg geben könnten, welcher wäre das?

Das Leitungsteam Springen ist sehr kompetent aufgestellt - da braucht es keine guten Ratschläge vom «alten Chef». Ich möchte meinem Nachfolger Beat von Ballmoos vielmehr ebenso viel Freude und Genugtuung mit dieser schönen und spannenden Aufgabe wünschen, wie ich sie erleben durfte. Nach 12 Jahren kann ich sagen, dass es wohl einer der spannendsten ehrenamtlichen Jobs ist, den man haben kann!

Welches Projekt werden Sie jetzt, da Sie mehr Zeit haben, endlich anpacken können?

Es gibt in diesem Sinne kein explizites Projekt, das jetzt zur Umsetzung kommt bzw. das ich mir in den letzten Jahren «aufgespart» hätte. Natürlich wird mich meine OK-Tätigkeit für das Osterspringen Amriswil stark fordern. Denn nach den Absagen in den Jahren 2020 und 2021 wegen der COVID-19-Pandemie braucht es viel Elan, um im Jahr 2022 wieder auf dem gewohnten Niveau durchstarten zu können.

Zudem steht in meinem Bankjob das eine oder andere grössere Projekt kurz vor dem Start, wo ich nebst meiner normalen Kundenberatertätigkeit zusätzlich involviert sein werde. Ich spüre bereits nach wenigen Wochen, dass die zusätzliche Zeit schon längst wieder verplant ist …

Werden Sie dem Pferdesport weiter verbunden bleiben?

Ich werde den nationalen und den internationalen Springsport weiterhin mit grossem Interesse verfolgen. Auch zukünftig werde ich mich riesig freuen, wenn es auf internationaler Ebene Schweizer Topklassierungen zu feiern gibt.

Zudem bin ich weiterhin als OK-Präsident des nationalen Concours «Osterspringen Amriswil» tätig. Dies ist eine grosse Aufgabe, die mit sehr viel Arbeit verbunden ist, aber auch viel Freude macht. Und selbstverständlich werde ich auch zukünftig sehr gerne Pferdesportveranstaltungen vor Ort besuchen.

Beat von Ballmoos, Disziplinleiter

Beat von Ballmoos (zVg) Beat von Ballmoos (zVg)

Der 43-jährige Zürcher Beat von Ballmoos hat das Amt des Disziplinleiters per 1. Januar 2021 von Stefan Kuhn übernommen. Davor war er 2 Jahre lang Chef Administration im Leitungsteam Springen.

Wie sind Sie zum Amt des Disziplinleiters gekommen?

Mein Vorgänger Stefan Kuhn hatte mich im vergangenen Jahr darüber informiert, dass er die Disziplinleitung nach 12 Jahren abgeben und aus dem Leitungsteam der Disziplin Springen zurücktreten möchte. Gleichzeitig hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, seine Nachfolge anzutreten.

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich offenbar sein Wunschnachfolger bin und meine Kandidatur auch von allen anderen Mitgliedern des Leitungsteams Springen unterstützt wurde. Ich möchte mich bei Stefan Kuhn, dem gesamten Leitungsteam Springen und dem Vorstand des SVPS recht herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und freue mich sehr auf diese spannende und verantwortungsvolle Aufgabe.

Worin besteht die Aufgabe des Disziplinleiters Springen?

Der Disziplinleiter steht dem Leitungsteam vor, dessen Aufgaben sehr vielfältig sind. Dazu gehören primär die Umsetzung der Verbandsstrategie innerhalb der Disziplin und die Definition der Strategie und der allgemeinen Ziele für die Disziplin.

Er rapportiert an den Verantwortlichen für den Wettkampfsport im Vorstand und koordiniert die Mitglieder des Leitungsteams. Er hält den Vorsitz der Selektionskommission der Disziplin, die verantwortlich zeichnet für die Kaderbildungen im Elite- und Nachwuchsbereich wie auch für die Nominierungen für internationale Championate aller Altersklassen. Daneben gehören auch das Controlling der Leitungsteammitglieder und die Kommunikation der Disziplin gemäss Kommunikationskonzept des Verbandes zu den Aufgaben des Disziplinleiters.

Was sind die grössten Herausforderungen, die Sie in den kommenden Jahren erwarten?

Aktuell ist unsere grösste Herausforderung die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Pferdesport, insbesondere auf die nationalen Veranstaltungen und die wichtigen internationalen Events wie das Weltcupfinale, die Nationen-preisserie und die für dieses Jahr geplanten Championate.

Wir alle hoffen, dass sich die Lage bald wieder normalisiert und wieder etwas längerfristig geplant werden kann. Für die kommenden Jahre sehe ich die grössten Herausforderungen in der stetigen Weiterentwicklung des Pferdesports und den damit verbundenen Veränderungen. Es ist wichtig, dass sich die Strukturen in unserem Sport diesen Veränderungen anpassen, der Springsport gleichzeitig in der Gesellschaft weiterhin Akzeptanz findet und die Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter positive Emotionen hervorruft.

Die globale Turnierlandschaft verändert sich zusehends und hat grossen Einfluss auf unser nationales Turniergeschehen. Zudem gilt ein Hauptaugenmerk nach wie vor der Nachwuchsförderung, damit die Schweiz auch zukünftig zu den weltweit führenden Nationen im Springsport gehört.

Worauf freuen Sie sich ganz besonders?

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Leitungsteam, dem Vorstand, der Geschäftsstelle sowie den Verantwortlichen und Trainer in den Bereichen Elite und Nachwuchs, aber auch auf viele tolle Begegnungen mit Gleichgesinnten, konstruktive Dialoge, kontroverse Diskussionen, unvergessliche Erlebnisse und die Pflege und den Ausbau meines Netzwerks.

Was verbindet Sie neben Ihrem Amt mit dem Springsport?

Ich bin in einer seit Generationen eng mit dem Pferd verbundenen Familie aufgewachsen und war viele Jahre als Amateurspringreiter aktiv. Zudem bin ich nebenberuflich seit gut 25 Jahren als Speaker an nationalen und internationalen Pferdesportevents im In- und Ausland im Einsatz. Ich interessiere mich auch für die Pferdezucht, habe mich schon als Hobbyzüchter betätigt und amte als Auktionator an Sportpferde- und Fohlenauktionen.

Zudem trete ich als Besitzer von jungen Springpferden in Erscheinung und bin Teil einer Stallgemeinschaft im Pferderennsport.

Im Laufe der Zeit konnte ich mir innerhalb der Pferdesportszene und besonders im Springsport ein gutes Netzwerk aufbauen, viele wertvolle Erfahrungen sammeln und durfte zahlreiche einzigartige Momente erleben.

Als Turniersprecher und Disziplinleiter sollte man immer auf dem aktuellen Stand sein, weshalb ich mich täglich mit Informationen und Resultaten aus dem Pferdesport beschäftige und mich für alles interessiere, was mit Pferden zu tun hat. Kurz zusammengefasst: Pferde waren schon immer ein bedeutender Teil meines Lebens und werden dies auch immer bleiben.

Philipp Züger, Chef Administration

Philippe Züger (zVg) Philippe Züger (zVg)

Im Springsport kennt ihn jeder - sei es als talentierter Springreiter, der sich vom nationalen Juniorenkader bis ins Elitekader hochgearbeitet hat, als Ausbilder und Händler von Spitzenspringpferden oder als Organisator von Pferdesportveranstaltungen in Galgenen (SZ). Seit dem 1. Januar 2021 amtet der 33-jährige Philipp Züger nun als Chef Administration im Leitungsteam Springen.

Wie sind Sie zum Amt des Chefs Administration der Disziplin Springen gekommen?

Die Arbeit des Leitungsteams der Disziplin Springen hat mich stets sehr interessiert, und als Eventveranstalter stand ich auch immer wieder im Kontakt mit diesem Gremium. Im Verband Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) bin ich Mitglied in der Springkommission. Als die Stelle im Leitungsteam frei wurde, hat mich der OKV dafür nominiert.

Der Reitsport hat mein Leben bisher sehr geprägt und wird dies auch in Zukunft weiter tun. Die Reiterei und die Arbeit mit den Pferden war eine Lebensschule für mich und hat mir sehr viel gegeben. Nun will ich meine Erfahrung auch im SVPS einbringen und dem Reitsport etwas zurückgeben.

Worin besteht die Aufgabe des Chefs Administration?

Hauptaufgaben sind die jährliche Erstellung des Budgets für die Disziplin Springen sowie die Kontierung der verschiedenen Belege. Der Chef Administration ist jedoch auch vollwertiges Mitglied des Leitungsteams Springen und kann sich in jedem Thema in den Leitungsteamsitzungen einbringen.

Was sind die grössten Herausforderungen, die Sie in den kommenden Jahren erwarten?

Die COVID-19-Pandemie setzt auch den Finanzen der Disziplin Springen arg zu. Dies verursacht Anpassungen des Budgets und erfordert eine laufende Neubeurteilung der Situation. Ich hoffe, dass sich diese Herausforderung aber bald etwas legt, damit ich mich tatkräftig an der Arbeit des Leitungsteams Springen beteiligen kann.

Worauf freuen Sie sich ganz besonders?

Ich freue mich auf die spannende Mitarbeit im Leitungsteam Springen. Jahrelang habe ich die verschiedenen Entscheidungen des SVPS oder des Leitungsteams Springen interessiert mitverfolgt und auch kritisch beurteilt. Nun habe ich die Möglichkeit, Inputs als Veranstalter und als Reiter in diesem Gremium einzubringen, und die Anliegen von Veranstaltern und Reitern darzulegen.

Werden Sie weiterhin selbst aktiv im Springsport anzutreffen sein?

Reiten ist und bleibt für mich eine Leidenschaft. Ich werde weiterhin im Springsport aktiv bleiben, und es stehen einige tolle Pferde zu meiner Verfügung, die mir jeden Tag Freude bereiten. Ich liebe das Turnierreiten, die spezielle Atmosphäre, den Nervenkitzel und den Wettkampf. Und das will ich auch weiterhin erleben dürfen.

Die Interviews führte Cornelia Heimgartner

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