Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Blaulicht auf dem Concoursplatz

24 Juni 2019 08:00

Ob Veranstalter oder Teilnehmer - immer hofft man, nie damit konfrontiert zu werden: Notfall- oder Krisensituationen am Turnier. Doch das Schicksal kann jederzeit zuschlagen. Deshalb ist es wichtig, dass die Veranstalter und Offiziellen auf kritische Vorfälle vorbereitet sind und die zu treffenden Massnahmen mit den zuständigen Personen abgesprochen und alle nötigen Vorkehrungen getroffen haben. Zu diesem Zweck hat der SVPS zusammen mit den Regionalverbänden ein Merkblatt erarbeitet, das die Turnierveranstalter und die anwesenden Offiziellen im Vorfeld der Veranstaltung miteinander durchgehen sollten.

Turnierveranstalter müssen auf den Ernstfall vorbereitet sein. Turnierveranstalter müssen auf den Ernstfall vorbereitet sein.

Entschlossen greift die junge Amazone in die Zügel, macht eine enge Wendung und wählt den kürzeren Weg zum nächsten Oxer, um wertvolle Hundertstelsekunden gutzumachen. Kurz vor dem Hindernis zögert das Pferd, scheint zu verweigern, drückt dann aber doch noch ab. Selbst überrascht vom beherzten Sprung ihres Pferdes, verliert die Reiterin über dem Sprung das Gleichgewicht, überschlägt sich im Sattel, trifft heftig mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf - und bleibt reglos liegen …


Für den Notfall gewappnet

Im besten Fall steht unsere Reiterin nach einer Schrecksekunde wieder auf und kann den Wettkampfplatz zu Fuss verlassen. Doch was, wenn es zur Krisensituation kommt? In einem solchen kritischen Notfall kann es schnell zu chaotischen Zuständen kommen. Viele helfende Hände greifen unkoordiniert ein, die Mutter der Verunfallten bricht in Tränen aus und steht unter Schock, schaulustige Zuschauer zücken bereits die Handykamera.

Um als Veranstalter in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und korrekt zu handeln, muss man sich vorbereiten und das Vorgehen, schon bevor der Notfall eintritt, thematisieren. So ist gewährleistet, dass jeder weiss, was er zu tun hat, dass nichts vergessen geht und das benötigte Material - beispielsweise ein Sichtschutz - sofort griffbereit ist.


Konflikte, Krisen, Katastrophen

Zu den kritischen Situationen gehören nebst schweren Unfällen oder gar Todesfällen von Menschen und Pferden auch Naturkatastrophen oder Grossbrände sowie schwerwiegende ethische Anschuldigungen gegenüber dem Veranstalter, beispielsweise wegen sexueller Übergriffe oder Verstössen gegen das Tierschutzgesetz. Jede Situation ist in ihrer Art einzigartig und muss individuell betrachtet werden. Dennoch gibt es Prozesse, die stets gleich ablaufen sollten, und Fragen, die in jedem Fall auftauchen. Die Antworten auf diese Fragen können zwar je nach Ereignis unterschiedlich ausfallen, dennoch sollte von Anfang an klar sein, wer welche Entscheidungen trifft, wer zu informieren ist und was erledigt werden muss.


Professioneller Umgang mit den Medien

In unserer vernetzten Welt breiten sich Nachrichten in Windeseile aus. Die Öffentlichkeit hat ihre Meinung schnell gefasst und lässt sich später nur schwer wieder umstimmen. Deshalb ist es wichtig, die Medien transparent und umfassend, aber auch koordiniert und überlegt zu informieren. Hier zahlt es sich insbesondere aus, eine einzige Person als Ansprechpartner für die Medien zu bestimmen, damit keine widersprüchlichen Aussagen in die Presse gelangen.

Auch Schuldzuweisungen und Vorverurteilungen sind zu vermeiden. Die Informationen, die nach aussen vermittelt werden, sollten auf Fakten beruhen, ohne Tatsachen zu vertuschen.


Gemeinsam stark

Welche Notfalldienste für Mensch und Tier auf Platz oder auf Abruf sein müssen, ist für jede Disziplin individuell und in den entsprechenden Reglementen festgelegt. Nebst Sanitäts- und Veterinärdienst gehören hierzu auch der Hufschmied und die Feuerwehr. Ausserdem gilt es nicht zuletzt, bei der Einteilung von Helfereinsätzen allfällige Notfallszenarien im Hinterkopf zu behalten und die Durchmischung vom kräftigen Anpacker über den einfühlsamen Vermittler bis hin zum souveränen Kommunikator sorgfältig zu wählen. Nur als gut organisiertes Team ist man einer Krisensituation gewachsen und kann mit vereinten Kräften zielorientiert dafür sorgen, dass die Krise möglichst glimpflich verläuft.

Cornelia Heimgartner

Handys sind schnell gezückt, um Krisensituationen zu filmen. Hier braucht es ein entschlossenes und koordiniertes Auftreten der Veranstalter. Handys sind schnell gezückt, um Krisensituationen zu filmen. Hier braucht es ein entschlossenes und koordiniertes Auftreten der Veranstalter.

Wichtige Infos

www.fnch.ch > Organisatoren > Unterlagen für Organisatoren & Offizielle (Disziplin wählen) > Für Organisatoren > Gut vorbereitet auf Notfälle und Krisen an Veranstaltungen

www.fnch.ch > Organisatoren > Organisation von Veranstaltungen > Veranstaltungen durchführen > Sanitäts- & Veterinärdienst

Kurs «Kommunikation in Krisensituationen» 

Der Verband Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) organisiert im Zweijahresrhythmus einen halbtägigen Kurs rund um das Management von Krisensituationen, mit besonderem Fokus auf die Kommunikation in der Krise. Der Kurs richtet sich an alle Turnierveranstalter im Pferdesport und wird von der Kommunikationsagentur Dimedio GmbH durchgeführt. Der Kursleiter und Mitinhaber der Dimedio GmbH, Andreas Stutz, war einst selbst Kommunikationsverantwortlicher beim OKV und kennt die Herausforderungen im Pferdesport. Der Medienprofi schult die rund 15 Kursteilnehmenden in Theorie und Praxis darin, woran man im Krisenfall denken muss, und insbesondere drin, wie man in der Krise kommunizieren soll. Die Fallbeispiele sind auf den Pferdesport abgestimmt, wobei gewisse Kommunikationsregeln allgemeingültig sind und auch in anderen Sportarten oder im Berufsleben angewendet werden können.

Für weitere Informationen zu diesem Kurs wenden Sie sich an: 
Claudia Uehlinger, Chefin Kommunikation des OKV, claudia.uehlinger@okv.ch

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