Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Charles Trolliet: «Wegen des Pferdes! Für das Pferd!»

13 Februar 2017 17:44

Der Vorstand und die Geschäftsführerin (v.l.n.r.): Werner Rütimann, Claude Nordmann, Charles Trolliet, Gisela Marty, Sandra Wiedmer (Geschäftsführerin), Peter Christen und Martin Habegger. Der Vorstand und die Geschäftsführerin (v.l.n.r.): Werner Rütimann, Claude Nordmann, Charles Trolliet, Gisela Marty, Sandra Wiedmer (Geschäftsführerin), Peter Christen und Martin Habegger.

Charles Trolliet ist seit 2009 Präsident des Schweizerischen Verbands für Pferdesport (SVPS). Zuvor war er schon mehrere Jahre als Vizepräsident tätig. Er ist unter anderem zuständig für die Führung von Sitzungen und Gremien und repräsentiert den SVPS nach aussen in verschiedenen Bereichen wie Sport und Politik. Das «Bulletin» geht in dieser Serie den Aufgaben und Herausforderungen, die sich den verschiedenen Vorstandsmitgliedern stellen, auf den Grund.

«Bulletin»: Charles Trolliet, was sind Ihre Hauptaufgaben als Präsident des SVPS? Was ist wichtig in Ihrem Amt?
Charles Trolliet: Zu den Hauptaufgaben gehören in erster Linie sicher, zusammen mit dem Vorstand, das Ausarbeiten und das Verfolgen von kurz-, mittel- und langfristigen Strategien und Visionen. Gemeinsam besprechen wir zum Beispiel, in welche Richtung sich der Pferdesport in der Schweiz entwickeln kann, soll, will und manchmal auch muss. Wichtig ist auch, Probleme frühzeitig zu erkennen, um diese dann angehen und lösen zu können.

Wie bewältigen Sie all diese Aufgaben?
Ich habe das Glück, mit zwei Tierarztkolleginnen eine Praxis zu führen. Das ermöglicht mir, dass ich relativ flexibel bin und mich zu einem Pensum von ungefähr 40 Prozent dem Präsidium beim SVPS widmen kann. Der Vorstand und auch die Geschäftsstelle verstehen sich gut untereinander, was sich auch in der Effizienz niederschlägt.

Viele Aktivitäten finden für mich als Präsidenten ausserhalb der Bürozeiten, also entweder abends oder an den Wochenenden, statt. Daher muss ich sehr flexibel sein. Dank der Informatik funktioniert auch die Kommunikation reibungslos, was jedoch ein persönliches Treffen nie ersetzen kann. Darum treffe ich mich in aller Regel auch einmal in der Woche mit der Geschäftsführerin des SVPS, Sandra Wiedmer.

Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrer Funktion zu meistern?
Die Leute im Schweizer Pferdesport sind eine sehr heterogene Gruppe, das bedeutet auch, dass viele verschiedene Meinungen an den SVPS herangetragen, angehört und berücksichtigt werden müssen. Wir im Vorstand haben unter anderem die Aufgabe, zu überlegen, in welche Richtung der Pferde­sport gehen soll, und auch entsprechend zu entscheiden. Ich sehe mich in den meisten Fällen als Integrator, was bedeutet, dass wir möglichst verschiedene Meinungen in unsere Entscheide mit einbeziehen.

Manchmal allerdings gilt es auch, Grenzen zu setzen, was nicht immer einfach ist – jedoch von unserer Seite her immer im Sinne des Pferdes und des Pferdesports geschieht. Eine weitere Herausforderung ist die, dass man ein gutes Gefühl entwickeln muss, um Projekte an die richtigen Leute, beispielsweise in der Politik, oder auch an verschiedene Organisationen zu bringen. Man muss in die Weite sehen und gleichzeitig aber auch den Weg vor einem nicht aus den Augen verlieren – wie auch auf dem Pferd.

Welche Ziele haben Sie in Ihrer Amtszeit erreicht?
In meiner bisherigen Amtszeit hat eine wichtige Entwicklung stattgefunden: Der Pferdesport wird immer mehr als ein Ganzes wahrgenommen. Und zwar zählen dazu der Wettkampfsport wie auch der Freizeit- oder Breitensport, der von allen Pferde­sportlern rund 90 Prozent ausmacht. Ein weiterer sehr wichtiger Pfeiler ist die Ausbildung rund ums Pferd, egal ob Mensch, Reiter oder Pferd. Ich denke, dass der Ausbildung während meiner Amtszeit immer mehr Wichtigkeit zugesprochen wurde, was mich doch richtig dünkt und froh stimmt.

Welche noch nicht? Und warum?
Ich denke, die Mitgliederverbände des SVPS sollten sich noch mehr eingebunden fühlen. Im Moment schauen sie oft doch in erster Linie auf sich und ihr eigenes Wohl und weniger auf das Ganze – die Pferdebranche, den Pferdesport und das Pferd im Allgemeinen. Es wäre schön, wenn das Engagement von allen Beteiligten in der Pferdebranche noch ein wenig grösser wäre und vielleicht auch etwas vereinter.

Nach aussen  muss die Pferdebranche noch mehr zeigen, dass sie zusammensteht und auch -hält. Man müsste  vielleicht doch auch überlegen, ob der Name Schweizerischer Verband für Pferdesport an dieser Stelle korrekt ist, da er gerade in der deutschen Sprache den Wettkampf impliziert und gerade den Breiten- und Freizeitsport ein bisschen ausschliesst… Im Französischen ist das weniger der Fall.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt?
In erster Linie gefällt mir das Wesen Pferd, das uns alle Pferdeliebhaber verbindet oder verbinden sollte. Weiter geht es in meinem Amt sehr oft darum, Herausforderungen vorauszusehen sowie auch die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, um die kurz- bis langfristigen Ziele zu erreichen. Ich habe viele Kontakte und treffe viele Menschen, und meistens steht das Pferd im Mittelpunkt, und so sollte es auch sein. Die Funktion als Verbandspräsident hat mich zu Leuten und an Orte geführt, die ich ohne dieses Amt wahrscheinlich nicht kennen gelernt hätte, was ich sehr schätze und mir natürlich auch zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen hat.

Was wünschen Sie sich für den Schweizer Pferdesport?
Dem Pferdesport in der Schweiz geht es gut, im globalen Vergleich würde ich sogar sagen sehr gut. Ich wünsche mir, dass die Rolle und die Position des Pferdes in der Gesellschaft besser definiert sind und auch weiter unterstützt werden. Dies wird sich bestimmt weiterentwickeln, sei es bezüglich Raumplanung, Verkehrsgesetze, Tierschutz oder Ausbildungen rund ums Pferd. Ich wünsche mir, dass das Pferd immer im Zentrum steht, allgemein und auch bei den Aufgaben des Verbandes. Wegen des Pferdes! Für das Pferd!

Nicole Basieux

Wahlen der Vorstandsmitglieder 2019

Die Hälfte der Amtsperiode ist bereits verstrichen Daher ist der Vorstand auf der Suche nach neuen Personen, die sich diesen interessanten und wichtigen Aufgaben gerne widmen möchte.

Interessierte können sich direkt per E-Mail bei Charles Trolliet melden: c.trolliet@fnch.ch