Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Claude Nordmann: «Sich auf der internationalen und europäischen Ebene zu engagieren, ist für den SVPS äusserst wichtig»

16 Januar 2017 08:00

Claude Nordmann ist seit 2003 Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbands für Pferdesport SVPS. Er ist zuständig für die Abteilung Internationale Angelegenheiten. Das «Bulletin» geht in dieser Serie den Aufgaben und Herausforderungen, die sich den verschiedenen Vorstandsmitgliedern stellen, auf den Grund.

Claude Nordmann Claude Nordmann

«Bulletin»: Claude Nordmann, was sind Ihre Hauptaufgaben als Verantwortlicher der Abteilung Internationale Angelegenheiten im Vorstand des SVPS? Was ist wichtig in Ihrem Amt?
Claude Nordmann: Der SVPS engagiert sich international als Vollmitglied der Fédération Equestre Internationale (FEI) und der European Equestrian Federation (EEF). Als Verantwortlicher der internationalen Angelegenheiten muss ich die Kontakte mit diesen Verbänden pflegen. Zudem ist der Meinungsaustausch mit den anderen nationalen Vereinigungen sehr wichtig. Das Ziel sollte immer sein, den Pferdesport zu fördern und von den Erfahrungen anderer Verbände zu profitieren. Dank unseren Kontakten zu anderen nationalen Verbänden können wir seit drei Jahren unseren Standpunkt in der Problematik der Endurance besser verteidigen und gezielter für das Wohlbefinden des Pferdes kämpfen. Ich vertrete auch unsere Interessen in der Arbeitsgruppe «Show Jumping» der EEF. 

Wie bewältigen Sie all diese Aufgaben?
Meine Aufgaben sind in der Tat zahlreich, aber auch vielfältig. Man muss in erster Linie die aktuellen Ereignisse, die sich auf der Ebene der FEI und ihrer acht Disziplinen abspielen, verfolgen. Das heisst, dass ich die Fachpresse und die Kommunikationen der FEI, der EEF oder anderer nationaler Verbände verfolge und dann überlege, was den SVPS interessieren könnte, um gegebenenfalls unsere Stellungnahme vorzubereiten oder Reaktionen des Vorstandes oder der Leitungsteams der Disziplinen einzuholen. Man muss also alle Disziplinen ein wenig kennen. Mein Einsatz als Delegationsleiter an den Weltreiterspielen hat mir diesbezüglich einen Einblick in alle Disziplinen ermöglicht. 

Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrer Funktion zu meistern?
Es ist unumgänglich, den Pferdesport und seine acht Disziplinen genau zu kennen und sich für die internationale Pferdeszene zu interessieren. Da Englisch die einzige von der FEI und der EEF benutzte Sprache ist, sind gute Englischkenntnisse absolut notwendig. Auch Deutsch und Französisch sind wichtig, um sich mit den Verantwortlichen des SVPS zu verständigen.
Die internationale Vernetzung ermöglicht es uns, aktuelle Themen zu diskutieren und unsere Ideen voranzubringen. Man muss also Freude an internationalen Kontakten haben und diese natürlich pflegen.

Welche Ziele haben Sie in Ihrer Amtszeit erreicht?
Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass unser Verband sichtbarer geworden ist, dass seine Meinung zählt und diese auch eingeholt wird. Unser Engagement für das Wohlergehen der Pferde an sportlichen Veranstaltungen, vor allem im EnduranceSport, hat bereits einige Früchte getragen, auch wenn die Lage noch nicht zufriedenstellend ist. Die Gründung der EEF hätte durch eine grössere Unabhängigkeit von der FEI mehr zur Entwicklung unseres Sports in Europa beitragen sollen. Die EEF kann aber schon jetzt die kleineren Verbände in ihrer Entwicklung unterstützen, und ich bleibe zuversichtlich, dass sie sich in Zukunft mehr in der Organisation kontinentaler Meisterschaften verschiedener Disziplinen engagieren wird. 

Welche noch nicht? Und warum?
Wenn man auf internationaler Ebene arbeitet, ist es klar, dass man nicht alle Ziele erreichen kann, die man sich vorgenommen hat. Es wurden bereits einige Fortschritte im Endurance-Sport gemacht, diese sind aber noch ungenügend. Diese Situation stellt noch immer eine Bedrohung für den gesamten Pferdesport dar. Das Wohlergehen der Pferde ist meiner Meinung nach eine Frage der Kultur und der Mentalität. Man kann die Ansichten der Reiter nicht ändern, um aus ihnen Pferdemenschen zu machen, indem man Reglemente abändert oder Sanktionen verhängt.
Es gibt noch viele Themen, für die wir noch keine zufriedenstellende Lösungen haben, wie zum Beispiel die Formate für die Weltreiterspiele oder die neu eingeführten Dreier-Equipen an den Olympischen Spielen. Unsere Vorstellungen entsprechen nicht immer denen der Mehrzahl der nationalen Verbände, doch unser demokratisches System verlangt, dass wir diese Situation akzeptieren, auch wenn sie sich unserer Zielsetzung entgegensetzt! 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt?
Die Vielfalt der behandelten Themen, die Zusammenkunft mit neuen Leuten an internationalen Versammlungen und die ständige und effiziente Zusammenarbeit mit den Organen des SVPS und vor allem der Geschäftsstelle sind für mich genauso Motivationsfaktoren wie das ständige Aufkommen neuer Fragen und Herausforderungen.
Die Aufgaben des Verantwortlichen für internationale Angelegenheiten haben sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Das Verlangen nach mehr «Show», Spektakel und Events auf Kosten des «Sports» muss gewiss von den leitenden Organen weiter- verfolgt werden, damit der ursprüngliche Sinn unseres Sportes, welcher auch unsere Leidenschaft ist, nicht verloren geht. 

Nicole Basieux

Wahlen der Vorstandsmitglieder 2019

Die Hälfte der Amtsperiode ist bereits verstrichen und Claude Nordmann wird sich 2019 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Daher ist der Vorstand auf der Suche nach einer neuen Person, die sich dieser wichtigen Aufgabe gerne widmen möchte.

Interessierte können sich direkt per E-Mail bei Claude Nordmann melden: c.nordmann@fnch.ch