Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Die drei neuen Musketiere des SVPS-Vorstands

01 Februar 2022 09:15

Der SVPS-Vorstand 2022 (v.l.n.r.): Peter Zeller, Pierre Brunschwig, Gisela Marty, Damian Müller, Nayla Stössel, Thomas Järmann, Franz Häfliger  |  © SVPS/Marco Finsterwald Der SVPS-Vorstand 2022 (v.l.n.r.): Peter Zeller, Pierre Brunschwig, Gisela Marty, Damian Müller, Nayla Stössel, Thomas Järmann, Franz Häfliger | © SVPS/Marco Finsterwald

Im November 2021 haben drei neue Mitglieder ihre Arbeit im Vorstand aufgenommen: Pierre Brunschwig, Peter Zeller und Thomas Järmann. Im Kurzinterview mit dem «Bulletin» stellen sie sich vor.

Pierre Brunschwig, SVPS-Vizepräsident

© SVPS/Marco Finsterwald © SVPS/Marco Finsterwald

Er gilt als pragmatisch und effizient - Pierre Brunschwig hört gerne auf sein Bauchgefühl und steht mit beiden Beinen in der Gegenwart. Der 65-jährige Genfer ist heute in der Geschäftsleitung des traditionsreichen Familienunternehmens Bongénie Grieder, aber die Pferde und der Pferdesport sind aus seinem Leben nicht wegzudenken.

«Bulletin»: Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Pierre Brunschwig: Es gab in meinem Leben immer Pferde. Meine Eltern und Grosseltern waren Reiter, und die Pferde der Familie lebten auf dem Gut meiner Grossmutter. Schon als kleiner Junge war ich immer im Stall. Mit dem Reiten begann ich jedoch erst mit 11 Jahren. Damals gab es in der Schweiz keine Ponys, und man musste eine gewisse Grösse haben, um Unterricht in einer Reitschule nehmen zu können. Meinen Eltern war es wichtig, dass ich das Reiten von Grund auf lernte. Deshalb begann ich mit Longenstunden in der Manège de Genève, einer Reitschule, die heute unter dem Namen La Pallanterie bekannt ist. Mit 15 Jahren absolvierte ich die Springlizenz. Ich wurde schliesslich sogar ins Juniorenkader der Springreiter aufgenommen und dies zu einer Zeit, als namentlich die Brüder Thomas und Markus Fuchs (schon damals!) die Teamleader waren. Ich hatte mir einst sogar überlegt, die Reiterei zum Beruf zu machen. Schliesslich habe ich mich dann aber doch für ein Betriebswirtschaftsstudium entschieden, um später in das Familienunternehmen einzusteigen. Ich bereue nichts, und die Pferde sind nach wie vor meine grosse Leidenschaft.

 

Was verbindet Sie heute mit dem Pferdesport?

2022 wird meine 51. Concourssaison! Trotz meinem Studium und meinem beruflichen Engagement habe ich keine einzige Saison verpasst. Ich nehme heute noch an Turnieren im In- und Ausland bis auf 3*-Niveau teil. Ich habe sogar mehrmals eine Wildcard für den CHI Genf auf 5*-Niveau erhalten. Mein grösster nationaler Erfolg war der 6. Rang an der Schweizermeisterschaft 2008 in Basel mit meiner Stute Orient Express. Ein Nachkomme dieser Stute, Kingstone B CH, den meine Frau und ich selbst gezogen haben, wird derzeit unter dem Sattel von Niklaus Rutschi auf eine internationale Karriere vorbereitet. Glücklicherweise teilt meine Frau meine Leidenschaft für die Pferde. Sie ist Dressurreiterin bis zur Klasse St. Georg und interessiert sich sehr für die Zucht. Wir haben noch sechs Pferde zu Hause auf dem Gut meiner Grossmutter, das ich übernehmen konnte. Meine Tochter Chiara ist ebenfalls eine begeisterte und talentierte Springreiterin. 2016 war sie Mitglied des Children-Kaders, 2017 und 2018 des Junioren-Kaders. Derzeit konzentriert sie sich vermehrt auf ihr Studium, reitet aber nach wie vor.

 

Was hat Sie motiviert, sich in den SVPS-Vorstand wählen zu lassen?

Der Pferdesport hat mir in meinem Leben so viel gegeben und tut dies auch heute noch. Deshalb wollte ich Zeit und Energie in dieses Amt investieren, um meine Erfahrung als Reiter, Sponsor und Turnierveranstalter einbringen zu können. Es ist immer einfach, Dinge zu kritisieren. Wenn man aber wirklich etwas verändern möchte, muss man sich dafür einsetzen. Und da ich dieses Jahr aus der Geschäftsleitung unseres Familienunternehmens zurücktreten werde, kommt diese Aufgabe wie gerufen.

 

Welches ist Ihr Herzensanliegen, das Sie im SVPS-Vorstand vorantreiben möchten?

Mein wichtigstes Anliegen ist, dass wir auch in Zukunft noch reiten können und der Pferdesport möglichst vielen Menschen zugänglich ist. Wenn ich mir überlege, wie sehr sich der Pferdesport seit meiner ersten Reitstunde verändert hat, ist das schlicht fantastisch! Ich wünsche mir, dass diese Entwicklung weitergeht. In diesem Sinne ist das Projekt «SVPS 2030» unheimlich wichtig. Man muss die öffentliche Meinung ernst nehmen: Es gilt auf der einen Seite zu erklären und auf der anderen Seite zu sensibilisieren.

Als ich in den SVPS-Vorstand eintrat, war ich überrascht, wie komplex dieses Gremium ist und wie gut es funktioniert. Es ist komplizierter, als man meint, einen so grossen Sportverband zu organisieren. Ich denke, dass wir mit Damian Müller als Präsidenten und Peter Zeller und mir als Vizepräsidenten ein sehr gutes Trio bilden, um der Pferdelandschaft der gesamten Schweiz den Puls zu fühlen. Ich sehe mich selbst als Bindeglied zwischen dem SVPS und der Westschweiz. Ich freue mich darauf, mit der FER und ihren Mitgliedern zusammenzuarbeiten und den Westschweizer Besonderheiten eine Stimme zu verleihen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Veranstaltungen. Ohne Veranstaltungen kein Pferdesport! Dennoch wird es immer schwieriger, in der Schweiz Turniere auszurichten. Man muss sich an Regeln und Einschränkungen aller Art halten, Sponsoren gewinnen - und dies nicht nur wegen der Pandemie. Wir müssen unsere Organisatoren unterstützen und schützen, und wir müssen freiwillige Helfer motivieren wie früher, als jeder Junior stolz darauf war, am lokalen Concours mitarbeiten zu können.

Es gibt viel zu tun, und ich freue mich, meinen Beitrag zum guten Gelingen leisten zu dürfen!

Pierre Brunschwig ist auch im Sattel ein Stilist.  |  © Geneviève de Sépibus Pierre Brunschwig ist auch im Sattel ein Stilist. | © Geneviève de Sépibus

Peter Zeller, SVPS-Vizepräsident

© SVPS/Marco Finsterwald © SVPS/Marco Finsterwald

Er steht für konsensorientierte Lösungen und Nägel mit Köpfen: Der 65-jährige Peter Zeller aus Niederteufen (AR) verbindet Pferdesport und Pferdezucht wie kaum ein anderer, ist er doch Inhaber eines renommierten Fachbetriebs mit Schreinerei für Pferdesportbedarf und Stallsysteme sowie leidenschaftlicher Züchter der Sportpferde «vom Schwantlenhof».

«Bulletin»: Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Peter Zeller: Mein Grossvater war Metzgermeister, Gastwirt, Vieh- und Pferdehändler. Bei ihm standen also immer ein paar Pferde im Stall, und er war damals immer mit einem Gespann unterwegs. Auch mein Vater war den Pferden als Dragoner und Landwirt eng verbunden, verstarb jedoch sehr früh - ich war gerade mal sechs Jahre alt. Dennoch zog es mich immer wieder zu den Pferden der Dragoner des Kavallerie- und Reitvereins Gossau (SG), wo ich Stallarbeiten verrichtete oder auch mal die Pferde bei einem Ausritt mit Bügeltrunk festhielt. Schliesslich hatte ich so auch die Möglichkeit, Pferde zu bewegen, und lernte in Vereinsstunden reiten. Mit 22 Jahren zog ich den Kauf meines ersten Pferdes - ein Schweizer mit Namen Orkan - dem eines Autos vor. Seither besass ich ohne Unterbruch immer ein bis vier Pferde, die ich gemeinsam mit meiner Frau Antonia und weiteren Reiterinnen pflege und bewege. Die Freude am Pferd, an der Ausbildung und am Springsport motivierte mich, beim Regionalverband OKV den damaligen Lehrgang zum Vereinstrainer zu absolvieren, den ich 1990 abschloss. Als Möbelschreiner und Reiter war ich schon früh von den Parcoursbautätigkeiten in den Vereinen angetan und entschloss mich daher, diesen Ausbildungsweg einzuschlagen. Die Verbindung von Springsport, Parcoursbau und meiner Leidenschaft für die Möbelschreinerei ermöglichten es mir vor 38 Jahren, Hobby und Beruf zu vereinen. Wann immer es mein berufliches und politisches Engagement zulässt, nehme ich diese spannende Tätigkeit noch heute wahr.

Nebst dem Reitsport entdeckte ich bald meine Leidenschaft für die Pferdezucht. Ich habe mich beim Zuchtverband CH-Sportpferde (ZVCH) zum Exterieurrichter von Fohlen und Sportpferden ausbilden lassen und werde diese spannende Aufgabe auch weiterhin ausüben. Bis heute habe ich rund ein Dutzend Fohlen selbst gezüchtet.

 

Was verbindet Sie heute mit dem Pferdesport?

Zum einen ist da mein Unternehmen, das ich nun seit gut 38 Jahren leite. Als eines der führenden selbst produzierenden Hindernisbau-Unternehmen in der Schweiz sind wir in der glücklichen Lage, Private, Stiftungen, Genossenschaften, Vereine und Weltklasseanlässe wie den CSIO St. Gallen oder den CHI Basel zu beliefern. Eigentlich bin ich seit März 2021 pensioniert, möchte aber gerne noch bis zum 40-Jahr-Jubiläum weiter im Betrieb mitarbeiten. Im Januar 2024 wird dann unser Sohn Andreas das Geschäft übernehmen.

Da ich als Kandidat des OKV und des ZVCH für den Vorstand des SVPS vorgeschlagen wurde und bereits im April 2021 mit Antritt im November 2021 gewählt wurde, habe ich im OKV nach 10 Jahren Vorstandstätigkeit - drei Jahre als Sektorchef und sieben Jahre als Vizepräsident - auf Ende 2021 demissioniert. Den Sportpferdezuchtverein Ostschweiz werde ich weiterhin präsidieren und mich als Vertreter des ZVCH und dessen Züchterinnen und Züchter im SVPS einbringen. Als Vizepräsident des SVPS sehe ich mich heute als Bindeglied zu den Regionalverbänden der Deutschschweiz und zur Pferdezucht.

Diese Verbindung zwischen Pferdezucht und Pferdesport lebe ich auch im Alltag. So stelle ich zwei meiner selbst gezogenen Pferde, die 7-jährige Prämienzuchtstute Calisy vom Schwantlenhof CH und den 5-jährigen Chantero vom Schwantlenhof CH, der Kaderreiterin bei den Jungen Reitern Anina Schiess zur Verfügung. Es bereitet mir viel Freude und erfüllt mich mit Stolz, die Entwicklung der Pferde mitzuverfolgen und gleichzeitig den Pferdesportnachwuchs zu unterstützen.

 

Was hat Sie motiviert, sich in den SVPS-Vorstand wählen zu lassen?

Bereits vor einigen Jahren hatte mich der damalige Vizepräsident und Zuchtvertreter im SVPS-Vorstand, Werner Rütimann selig, vor seinem Rücktritt angefragt, ob ich nicht seine Nachfolge antreten möchte. Damals kam die Anfrage zu früh, hatte ich mir doch zum Ziel gesetzt, zehn Jahre im OKV-Vorstand mitzuwirken. Als dann im SVPS-Vorstand wieder eine Rochade bevorstand und ich sah, dass ich im Betrieb im Hinblick auf meine Pensionierung etwas kürzertreten könnte, stellte ich mich mit der Unterstützung des OKV als Kandidat zur Verfügung.

Mit dem Rückhalt aus dem OKV, den anderen Regionalverbänden und der Pferdezucht wurde meine Kandidatur aufgestellt, und ich wurde gewählt. Nebst meiner eingehenden Kenntnis vom Pferdesport und der Pferdezucht kann ich auch meine Erfahrungen und Verbindungen als langjähriger Kantonsrat im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit Verwaltungsratsmandaten und als ehemaliger OKV-Vizepräsident einbringen.

 

Welches ist Ihr Herzensanliegen, das Sie im SVPS-Vorstand vorantreiben möchten?

Grundsätzlich möchte ich die Anliegen der Regionalverbände der Deutschschweiz und die der Pferdezucht vertreten. Bei den wichtigsten und brennendsten Themen müssen wir aber alle zusammenhalten und am gleichen Strick ziehen. Schliesslich wollen wir alle, dass wir auch in Zukunft noch Pferdesport betreiben und Turniere ausrichten können.

Ausserdem müssen wir an jene pferdesportaffinen Menschen herankommen, die bisher keinem Verein angeschlossen sind. Nur so können wir eine gute Basisausbildung aller Personen gewährleisten, die Umgang mit Pferden pflegen. Am Ende darf das Gelernte aber nicht trockene Theorie bleiben, sondern muss im Alltag gelebt werden. Hier sind dann wieder die lokalen Reitvereine und Reitschulen am Zug.

Über all diesen Bestrebungen steht für mich die «Strategie 2030» des SVPS, in die ich grosse Hoffnung setze. Sie wird uns den nötigen Handlungsspielraum geben, um Nägel mit Köpfen zu machen.

All diese Vorhaben können wir als nationaler Dachverband natürlich nicht alleine realisieren, sondern sind insbesondere auch auf die Unterstützung der Regionalverbände angewiesen. Wenn wir aber alle Hand in Hand arbeiten und einen offenen Dialog pflegen, werden wir vieles erreichen können - für die Sache, das heisst für das Pferd und den Pferdesport.

Peter Zeller mit seinen zwei selbstgezogenen Jungpferden Chantero vom Schwantlenhof CH (links) und Calisy vom Schwantlenhof CH (rechts).  |  © zVg Peter Zeller mit seinen zwei selbstgezogenen Jungpferden Chantero vom Schwantlenhof CH (links) und Calisy vom Schwantlenhof CH (rechts). | © zVg

Thomas Järmann, Verantwortlicher Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Nachwuchsförderung

Er ist kein Mann der grossen Worte, dafür aber einer, der die Arbeit nicht scheut und das offene Gespräch schätzt. Der 43-jährige Thomas Järmann ist gelernter Bereiter und führt ein eigenes Reitsportzentrum in Gwatt bei Thun. Praxisnah, lösungsorientiert und durchaus selbstkritisch ist er stets bemüht, die Dinge auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Thomas Järmann, Verantwortlicher Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Nachwuchsförderung

© SVPS/Marco Finsterwald © SVPS/Marco Finsterwald

Er ist kein Mann der grossen Worte, dafür aber einer, der die Arbeit nicht scheut und das offene Gespräch schätzt. Der 43-jährige Thomas Järmann ist gelernter Bereiter und führt ein eigenes Reitsportzentrum in Gwatt bei Thun. Praxisnah, lösungsorientiert und durchaus selbstkritisch ist er stets bemüht, die Dinge auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

«Bulletin»: Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Thomas Järmann: Ich bin im schönen Emmental aufgewachsen, wo meine Eltern einen Bauernhof bewirtschafteten. Mein Vater war Dragoner, sodass nebst den Kühen und Schweinen immer auch ein Pferd im Stall stand - damals war das ja noch ganz normal, dass man ein einzelnes Pferd hielt. Da sieht man einmal mehr, wie schnell sich die Zeiten ganz grundlegend ändern können, und das ist in diesem Fall auch gut so. Als Knabe sass ich manchmal auf dem Dragoner-Pferd meines Vaters, einfach so auf der Weide oder auf dem Feld. Meine erste Reitstunde hatte ich dann, als ich 12 oder 13 Jahre alt war: Mit dem Pferd eines Freundes der Familie durfte ich am Winterreitkurs des Reitvereins Rohrimoos mitreiten! Kein Geringerer als der damalige Leiter der Eidgenössischen Militärpferdeanstalt
(EMPFA) in Bern, Pierre-Eric Jaquerod, erteilte uns damals Gruppenunterricht. Diese Winterkurse besuchte ich fortan jedes Jahr, lernte schliesslich auch Springen und nahm im Sommer hin und wieder an Concours der Region teil.

Als es dann um die Berufswahl ging, war ich lange unschlüssig: Bauer wollte ich nicht werden, obwohl ich die Arbeit auf dem Hof mochte - aber die Kühe und Schweine waren nicht meins. So liebäugelte ich zunächst mit dem Beruf des Zimmermanns, und doch absolvierte ich schliesslich - fast schon durch Zufall - eine Bereiterlehre bei Jörg Röthlisberger in Signau. Ich erlangte die Spring- und Dressurlizenz und war aktiver Concoursreiter auf nationaler Ebene. Nach erfolgreichem Abschluss meiner Lehre hatte ich zunächst eine Anstellung in einem Handelsstall in Huttwil, arbeitete dann als selbstständiger Bereiter und machte einen kurzen beruflichen Abstecher nach Deutschland. Schliesslich erhielt ich die Gelegenheit, die Betriebsleitung des Reitsportzentrums Cavallino in Gwatt bei Thun zu übernehmen. Daraus wurde eine Pacht, und schliesslich kam es zum Kauf des Betriebs.

 

Was verbindet Sie heute mit dem Pferdesport?

Als Betriebsleiter des RSZ Cavallino beschäftige ich mich heute tagaus, tagein mit der Ausbildung von Reiterinnen und Reitern und von Pferden. Wir sind keine Reitschule im engeren Sinn, sondern ein Pensions- und Ausbildungsstall, wo wir Beritt von Ausbildungspferden und Unterricht auf Privatpferden anbieten. Das RSZ Cavallino ist inzwischen eine GmbH mit einer fest angestellten Pferdefachfrau sowie drei Lernenden Pferdefachpersonen und einem tüchtigen Allrounder für alle weiteren anfallenden Arbeiten.

Ich bin nach wie vor aktiver Concoursreiter, wenn auch momentan mit regionaler Lizenz, und meine grosse Leidenschaft ist das Parcoursbauen. Auch der Springconcours auf unserer Anlage gehört zum festen Jahresprogramm dazu, sodass ich Freud und Leid der Turnierorganisatoren ebenfalls gut kenne.

 

Was hat Sie motiviert, sich in den SVPS-Vorstand wählen zu lassen?

Als der Regionalverband ZKV mit der Idee an mich herantrat, mich als Kandidaten für den SVPS-Vorstand aufzustellen, war ich zunächst nicht begeistert. Ich bin mehr ein Macher als ein Denker. Dennoch führte ich einige Gespräche und liess mich schliesslich überzeugen. Man kann schliesslich nicht nur kritisieren, sondern sollte sich auch aktiv einbringen, wenn man Gelegenheit dazu erhält. In der Einarbeitungsphase, in der ich mit meinem Vorgänger Martin Habegger mitlaufen konnte, habe ich dann erst erfasst, wie umfassend, komplex und praxisnah die Arbeit im SVPS-Vorstand ist! Im engen Austausch mit der Grundausbildungskommission und der Prüfungskommission fühlt man den Puls der Praxis, steht vor konkreten Fragestellungen und ist nicht etwa ein Schreibtischtäter. Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Ehrenamt so intensiv und vielschichtig ist! Es geht ja nicht nur um die klassischen Reitsportdisziplinen, und die Palette an Ausbildungen ist inzwischen sehr breit. Je tiefer ich in das Amt hineinsehe, desto mehr freue ich mich auf diese Herausforderung.

 

Welches ist Ihr Herzensanliegen, das Sie im SVPS-Vorstand vorantreiben möchten?

Ich denke, der SVPS ist mit seiner Basisausbildungsstruktur mit dem Attest, dem Diplom und den Brevets grundsätzlich gut aufgestellt. Es gibt darin aber auch Punkte, die ich kritisch sehe, sowie Potenzial für Neues. Ich will selbstverständlich nicht alles auf den Kopf stellen - das ist gar nicht nötig. Aber ein «Personalwechsel» ist immer auch eine Chance, mit neuem Elan und einer vielleicht etwas anderen Perspektive an Bestehendes und Neues heranzugehen. Als Stichwort wäre da beispielsweise die Bodenarbeit zu nennen, die heute einen immer wichtigeren Platz einnimmt im Pferdesport. Oder auch der finanzielle Aspekt der pferdesportlichen Basisausbildung - wir wollen ja nicht ein Sport ausschliesslich für Superreiche werden. Ich bin bereit, Dinge zu hinterfragen - das muss nämlich nichts Negatives sein. Es braucht extreme Positionen, um schliesslich gute Kompromisse finden zu können. Ich freue mich diesbezüglich auf einen offenen Dialog und intensiven Austausch mit den zuständigen Kommissionen!

Nebst den wichtigen und spezifischen Detailfragen dürfen wir aber auch das grosse Ganze nicht aus den Augen verlieren. Egal in welcher Disziplin wir unsere Leidenschaft für den Pferdesport ausleben und unabhängig davon, ob wir Turniere bestreiten oder nicht: Wir Pferdemenschen sitzen alle im selben Boot, wenn es um Tierschutz- oder Umweltfragen im Zusammenhang mit dem Pferd geht. Und diese Themen werden uns in Zukunft stark beschäftigen. Hier müssen wir alle zusammenstehen und am gleichen Strick ziehen, das ist unser aller rote Faden. Ein alter Meister der Reitkunst, Gustav Rau, pflegte zu sagen: «Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade!» Dieser Leitsatz soll uns alle nicht nur in der Reiterei, sondern auch im Alltag begleiten: «Verliere nicht den roten Faden und schaue nach vorn!»

 

Die Gespräche führte
Cornelia Heimgartner

Thomas Järmann kennt alle Facetten des Pferdesports und zögert nicht, beim traditionellen Concours auf der eigenen Anlage selbst Hand anzulegen.  |  © Susanne Stucki Thomas Järmann kennt alle Facetten des Pferdesports und zögert nicht, beim traditionellen Concours auf der eigenen Anlage selbst Hand anzulegen. | © Susanne Stucki

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