Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Ethik - «Ich bilde mich stetig weiter, um mein Pferd noch besser zu verstehen»

11 Februar 2019 08:00

Aus- und Weiterbildung steht beim Schweizerischen Verband für Pferdesport (SVPS) ganz oben auf der Prioritätenliste. Denn nur mit einer guten Ausbildung und dem entsprechenden Wissen ist der ethisch korrekte Umgang mit dem Pferd gewährleistet. Aus diesen Gründen hat der Verband ethische Grundsätze verabschiedet, eine Informationsbroschüre publiziert sowie die Grundausbildung neu aufgegleist.

Foto: iStockphotos Foto: iStockphotos

Seit dem 1. Januar 2019 hat der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) die neue Grundausbildung Pferd Reiten/Fahren eingeführt.

Dieses Ausbildungskonzept ist folgendermassen aufgebaut:

1. Grundausbildung Pferd Reiten/Fahren:

Diese Ausbildung bildet eine Basisausbildung für Reiter/Fahrer und Pferd und kann mit einer Prüfung, dem Attest (ohne Reiten) oder Diplom, abgeschlossen werden. Der Reittest beinhaltet keine Sprünge.

2. Brevet:

Das Brevet wird von den Disziplinen des SVPS oder der Verbände wie Dressur, Springen, Fahren, Western usw. angeboten und dient als Standortbestimmung für den Einstieg in den Wettkampfsport auf tieferem Niveau oder als Ausbildungsprüfung ohne Einstieg für den Wettkampfsport. Das Vortraben und die Theorie werden neu auf dem Niveau Brevet geprüft.

3. Lizenz:

Die Lizenz dient als Test für den Wettkampfsport und wird von den Disziplinen des SVPS angeboten wie die Spring-, Dressur-, Fahr- oder TREC-Lizenz. Hier gibt es keine wesentlichen Änderungen, ausser dass das Vortraben und die Theorieprüfung bei der Dressur- und Springlizenz auf der Stufe Brevet geprüft werden. Die Kontrolle der Pferdepässe mit den korrekt eingetragenen Impfungen wird beibehalten.

Neben der Grundausbildung ist jedoch auch die stetige Weiterbildung ein Muss für jeden Pferdeinteressierten. So ist dies auch einer der ethischen Grundsätze, denen sich der SVPS verschrieben hat: «Ich bilde mich stetig weiter, um mein Pferd noch besser zu verstehen.»

Foto: SVPS/Sandra Mumprecht Foto: SVPS/Sandra Mumprecht

Man hat nie ausgelernt

Das Tierschutzgesetz besagt, dass wer mit Tieren umgeht, ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen und für ihr Wohlergehen zu sorgen hat. Doch nicht immer ist es einfach und offensichtlich, zu verstehen, wie sich Pferdehalter oder -betreuer fair und im Sinne des Pferdes verhalten müssen. Umso mehr liegt es in ihrer ethischen Verantwortung, sich ein möglichst breites Wissen anzueignen und sich immer wieder folgende Fragen zu stellen:

Bilde ich mich in meiner Pferdesportdisziplin stetig weiter und stelle meine Kenntnisse immer wieder unter Beweis?

Verfüge ich über ein Grundwissen bezüglich Pferdehaltung, -fütterung und -gesundheit, um Situationen, die mein Pferd betreffen, richtig einschätzen zu können? Baue ich dieses Wissen immer weiter aus, um neuen Erkenntnissen Rechnung zu tragen?

Ziehe ich die einschlägigen Fachleute wie Tierärzte, Hufschmiede, Sattler usw. bei, wenn ich bei meinem Pferd eine Beobachtung mache, die das Eingreifen dieser Fachleute notwendig macht oder machen könnte?

Wer Pferdesporttreibende und angehende Berufsleute der Pferdebranche ausbildet, trägt eine besonders hohe ethische Verantwortung. Ob diese wahrgenommen wird, muss immer wieder kritisch hinterfragt werden:

Werde ich als Lehrperson meiner Vorbildrolle gerecht, insbesondere bezüglich meines Verhaltens gegenüber den Pferden?

Werden Pferde und Pferdesporttreibende in meinem Unterricht pädagogisch wertvoll gefördert und nicht überfordert?

Können Pferdesporttreibende und angehende Berufsleute in meinem Unterricht ihre Persönlichkeit und Sozialkompetenzen weiterentwickeln?

Der Schweizerische Verband für Pferdesport und seine Mitgliederverbände setzen sich für ethischen und fairen Sport sowie für Tierschutz ein. Der Pferdesport wird von der Öffentlichkeit zusehends sehr kritisch beobachtet. Dessen müssen sich alle, die mit Pferden umgehen, bewusst sein - egal ob sie nun Freizeitreiter oder Profi sind.

Nicole Basieux/Auszüge aus der
Broschüre «Fair zum Pferd» des SVPS

Neben der Grundausbildung ist jedoch auch die stetige Weiterbildung ein Muss für jeden Pferdessierten.  Foto: FEI Neben der Grundausbildung ist jedoch auch die stetige Weiterbildung ein Muss für jeden Pferdeinteressierten. Foto: FEI

Zur Information: Anerkennung der bisherigen Brevets

Alle Inhaber eines bis 31. Dezember 2018 erlangten Reiterbrevets (Klassisch, Western, Gangpferde) sind startberechtigt an Dressurprüfungen GA, Springprüfungen B und Concours Complet B1, analog dem neuen Brevet Kombiniert. Für CC B1 ist somit der Silbertest CC nicht mehr zwingend notwendig für den Einstieg in den Wettkampfsport. Die Inhaber des Brevets Fahren sind startberechtigt an offiziellen Prüfungen der Kategorie B (Stufen 4 und 5).

Ethik-Codex des SVPS

Der Ethik-Codex* des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport SVPS umfasst ethische Grundsätze in drei Themenbereichen: im Umgang mit dem Pferd, im Umgang mit Menschen im Pferdesport sowie im Wettkampfsport.

Alle Personen, die dem SVPS und seinen Mitgliederverbänden angeschlossen sind, anerkennen den Ethik-Codex des SVPS und verpflichten sich, ihr Handeln im Umgang mit Pferden und Menschen nach bestem Wissen und Gewissen an diesen Grundsätzen auszurichten.

Die ethischen Grundsätze der drei Themenbereiche sind auf den folgenden Seiten festgehalten. Sie richten sich an alle Menschen im Wirkungskreis von Pferdesport, -zucht, -haltung und -ausbildung in Freizeit und Beruf. Als Pferdesport Sinne dieser ethischen Grundsätze ist jegliche körperliche Aktivität mit dem Pferd, ob mit oder ohne Wettkampfgedanke, zu verstehen. Wenn hier von Pferden die Rede ist, sind immer alle Tiere der Pferdegattung, also auch Ponys, Maultiere und Esel, mit gemeint. Über all diesen ethischen Grundsätzen steht ein unumstösslicher Leitgedanke: die Freude am und mit dem Pferd.

* Der Ethik-Codex wurde erabschiedet am 27. Oktober 2018 anlässlich der Mitgliederversammlung des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport.

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