Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Kontrollen auf Abreitplätzen und mehr Kosten für Wenigstarter im Ausland

28 Juli 2014 15:47

Informationen aus der Präsidentenkonferenz

Das Projekt Obligatorische Online-Nennungen, Kontrollen auf Abreitplätzen betreffend die neuen Tierschutzbestimmungen, insbesondere Rollkur und Barren, sowie die Wahlen 2015 waren Themen an der Präsidentenkonferenz vom 2. Juli 2014. Rund 20 Vertreter der Mitgliederverbände des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport SVPS waren anwesend. Neben dem Ablauf bei für den SVPS relevanten politischen Themen wurden auch die Gebühren für Auslandstarts vorgestellt und diskutiert: Bezahlen sollen in Zukunft die Reiter, die auch tatsächlich den Aufwand verursachen.

Der Vorstand des SVPS gab den Präsidenten und Stellvertretern der rund 20 Mitgliederverbände einen Überblick zum Thema Online-Nennungen. Das Projekt ist bis Mitte Juli in der Vernehmlassung. Danach soll sich eine Arbeitsgruppe damit auseinandersetzen. Frühestens eingeführt werden die obligatorischen Online-Nennungen ab 2016.

Der Tierschutz ist ein sehr wichtiger und fundamentaler Bereich. Dessen ist sich der Vorstand bewusst. Er hat sich daher auch weiter mit der Umsetzung der neuen Bestimmungen der Tierschutzverordnung beschäftigt. Das Verbot der Rollkur und jenes des Barrens sind seit 2014 in dieser Verordnung verankert. Die Umsetzung ist jedoch noch weitgehend offen. Vorstandsmitglied Peter Christen ist Verantwortlicher für den Wettkampfsport. «Die Rollkur zum Beispiel ist nicht nur ein Problem der Dressurreiter. Es ist ein allgemeines Problem», sagt Christen vor den  Vertretern der Mitgliederverbände. Und der Verbandspräsident Charles F. Trolliet betont: «Die Öffentlichkeit unterscheidet nicht zwischen FEI-Disziplin oder Nicht-FEI-Disziplin. Das Problem betrifft also alle.»
Deshalb hat der SVPS bereits mit allen Disziplinen das Thema besprochen. Er nimmt sich dessen nun aktiv an und setzt sich dafür ein, dass an SVPS-Anlässen die Tierschutzverordnung korrekt umgesetzt wird, indem klare Regeln analog der von der deutschen FN erarbeiteten Expertenregelung aufgestellt werden, die auch von Offiziellen auf SVPS-Anlässen umgesetzt werden sollen. 

Augen auf auf Abreitplätzen
Abreitplätze müssen kontrolliert werden und die Verantwortlichen und Offiziellen werden dem Verband Rückmeldungen geben müssen. Offizielle würden in Zukunft auch nach einem entsprechenden Anforderungsprofil ausgesucht, sie müssten ein gewisses Flair für solche Situationen mitbringen, erklärt Peter Christen weiter. Weiter sollen sie auch die nötige Schulung zu Konfliktlösung erhalten. Der SVPS hat mit der FN Deutschland Kontakt aufgenommen und will diese Problematik auf Verbandsebene angehen. 

Dopingregeln auch bei Nicht-FEI-Disziplinen
Neben den Tierschutz- sind auch die Dopingbestimmungen ein grosses Thema. Verbände der Nicht-FEI-Disziplinen werden vom SVPS aufgerufen, sich Gedanken zu der konkreten Umsetzung der Dopingbestimmungen zu machen. Der SVPS bietet seinen Mitgliedern an, Dopingproben für sie durchzuführen, wie das in der Vergangenheit immer wieder gemacht wurde. Weitere Infos zu Vorgehen, Kosten etc. folgen. 

Keine Vernehmlassung verpassen
Politische Themen rund um das Pferd liegen dem SVPS nach wie vor sehr am Herzen. Er möchte sich somit jeweils fristgerecht einbringen. Damit keine für den SVPS wichtigen Themen unter den Tisch fallen oder vergessen gehen, präsentierte der Vorstand den Anwesenden zwei Ablaufschemen: Warnsystem bei aktuellen politischen Themen (Schema 1) sowie bei politischen Dauerthemen ohne Vernehmlassung (Schema 2). Diese Flussdiagramme werden den Mitgliederverbänden auch zur Verfügung gestellt und sollen in Zukunft ein nützliches Arbeitsinstrument werden. Die Vertreter der anwesenden Verbände erklärten sich mit der Stossrichtung des SVPS einverstanden.

2015 ist grosses Wahljahr
Nächstes Jahr stehen die Wahlen des Vorstands, der Leitungsteams der Disziplinen sowie der Kommissionen an. Der Vorstand schlug den Mitgliederverbänden an der Präsidentenkonferenz vor, einem neuen Vorstandsmitglied genügend Zeit zum Einarbeiten einzuräumen. Konkret wird für die nächste Amtsperiode der Finanzverantwortliche Michael Büchler nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Alle anderen Vorstandsmitglieder kandidieren. Der Vorstand schlug nun vor, den neuen Vorstand bereits im Herbst 2014 zu wählen. Somit wären die Kontinuität und eine gute Einarbeitungszeit für neue Vorstandsmitglieder definitiv gewährleistet. Ihr Amt würden sie offiziell nach der Mitgliederversammlung im März 2015 übernehmen. Die Anwesenden der Präsidentenkonferenz stimmten diesem Vorhaben zu.
Neu werden auch die Wahlen der Kommissions- und Leitungsteammitglieder zeitlich verschoben. Bisher wurden die Kandidaten im April gewählt und mussten sich so während der Wettkampfsaison einarbeiten bzw. Planungen  von ihren Vorgängern übernehmen und ausführen – was für keinen der Beteiligten optimal ist. Neu sollen nun über den Sommer 2015 die Kandidaturen bekannt gegeben werden, und anschliessend soll Ende August gewählt werden. Die neuen Mitglieder treten ihr Amt in Zukunft am 1. Oktober 2015 an und können so direkt die neue Saison planen.

Mehr Zeit zwischen Reglementsrevisionen
Ebenfalls neu soll die Reglementsrevision in einem Rhythmus von zwei Jahren – statt wie bisher alle Jahre – stattfinden. Dies präsentierte der Vorstand des SVPS an der Präsidentenkonferenz rein informativ, wobei die Anwesenden dem Vorhaben nichts entgegenzusetzen hatten. Der Antrag kam von den Leitungsteams der Disziplinen und wird auch von der Reglementskommission unterstützt. Folgende Gründe hatten sie dazu bewogen: Revisionen und Änderungen sind immer mit viel Aufwand verbunden. Weiter geht der SVPS davon aus, dass die Reglemente sich erst in der Praxis beweisen sollen, bevor sie gleich wieder geändert werden. Die nächste Revision würde somit im Frühjahr 2016 durchgeführt. Dringliche Revisionen, zum Beispiel wenn es um die Sicherheit, FEI-Anpassungen oder Tierschutzbestimmungen geht, sind wie bisher jederzeit möglich. Das Thema wird für die nächste Vorstandssitzung vom 30. Juli 2014 traktandiert.

Höhere Gebühren für Auslandstarts
Ein weiteres immer wiederkehrendes Problem sind die Gebühren der internationalen Starts. Neu sollen die Gebühren erhöht werden, da der Aufwand für den SVPS gerade bei den wenig Startenden sehr hoch ist und eher zugenommen hat und der Vorschlag bei der letzten Abstimmung zu wenig genau durchgerechnet wurde, was erhebliche Mindereinnahmen bewirkt hat (Hintergrund auf Seite 8). Konkret bedeutet das: 1. bis 3. internationaler Start: Einzelverrechnung Erwachsene 80 Franken und Nachwuchs 40 Franken. Ab einem 4. Start würden die Reiter eine Pauschale pro Jahr zahlen: Erwachsene 500 Franken und Nachwuchs 250 Franken. Weiter sollen alle definitiven Nennungen verrechnet werden, auch wenn die Athleten abmelden, da der Aufwand auch hier bereits erfolgt ist. Heute werden pro Start 40 Franken verlangt, beim Nachwuchs 20 Franken. Das Kostendach beträgt bei den Erwachsenen 600 Franken, beim Nachwuchs 200 Franken. Die Anwesenden haben den Vorschlag gut aufgenommen. Dieser kommt nun an der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst mit der Gebührenordnung zur Abstimmung.

Anerkannte Turniertierärzte
Der Vorstand macht darauf aufmerksam, dass ab 1. Januar 2016 kein Tierarzt mehr als Turniertierarzt zugelassen wird, der den obligatorischen Kurs nicht besucht hat. 2014 und 2015 gelten noch als Übergangszeit. Diese Bestimmungen sollen die Pferde sowie das Ansehen der Veranstaltungen schützen. Bisher gibt es über 200 Turniertierärzte und bis 2015 schätzt der Vorstand die Zahl auf 250. Eine Liste der vom SVPS anerkannten Turnier-Veterinäre wird in Zukunft auf der Website publiziert werden.