Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Von Sonne, Sand, Sprüngen und noch nicht fertig gebauten Strassen…

22 September 2015 11:24

Am 5. August 2016 ist es so weit: Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro beginnen. Bereits zur selben Zeit in diesem Jahr fand der Testevent statt, an dem die Pferdesportanlagen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Auch die Teamchefin des Schweizerischen Verbands für Pferdesport SVPS, Evelyne Niklaus, und der Veterinär der Disziplin Concours Complet, Dominik Burger, waren vor Ort.

Rio… Da kommt einem als Erstes Sommer, Sonne, Zuckerhut, Copacabana und Caipirinha in den Sinn. Vom 6. bis 9. August 2015 war in Rio de Janeiro aber Concours Complet Trumpf und so fand als Testlauf ein internationaler Wettkampf auf Zwei­sternniveau statt.

Da im Frühjahr dieses Jahres die Gegend Deodoro, in der unter anderem die olympischen Wettbewerbe der Pferdesportler stattfinden werden, baulich und infrastrukturell noch überhaupt nicht bereit war, hatten die internationalen Verbände ihre Reiter und Pferde an diesem Anlass nicht gemeldet. Am Start waren somit lediglich einheimische Vielseitigkeitsreiter. Dafür hatte praktisch jede Nation Beobachter geschickt, die die Anlagen und die Gegend auskundschaften und an den vom Organisationskomitee und von der FEI einberufenen Meetings teilnehmen sollten.

Genau diesen Auftrag hatten Evelyne Niklaus und Dominik Burger vom Schweizerischen Verband für Pferdesport SVPS erhalten. Als Erstes war den beiden aufgefallen, dass gerade in den letzten Monaten einiges gegangen war: Die Pferdesportanlagen sind so weit alle fertig. Auch die leicht hügelige Geländestrecke und die festen Hindernisse sahen bereits ein Jahr vor dem grossen Event sehr ansprechend aus, wie Disziplinveterinär Dominik Burger zufrieden feststellte. Und die notwendigen Infrastrukturen wie Stallungen, Halle, Turnier- und Trainingsplätze sowie die sanitären Anlagen sind schon weit gediehen, es fehlen noch die temporären Installationen wie Tribünen und Ähnliches.

«Schnelle Strasse» noch im Bau
Etwas Kopfzerbrechen und Sorgen bereitet der Schweizer Delegation allerdings die Route von den Unterkünften zu den Pferden. Zurzeit werden die Strassen erst noch gebaut. «Das Ziel ist es, dass die Athleten dann auf einer nur für sie bestimmten Spur fahren können», erklärt Evelyne Niklaus. So sollen die für die 16-Millionen-Stadt Rio durchaus normalen Staus und Wartezeiten auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Ein weiteres etwas unangenehmes Thema beschäftigte vor allem die Veterinäre unter den Beobachtern am Testevent: die Krankheit Rotz. Rotz ist eine ansteckende Infektionskrankheit der Equiden. Die Pferde können Knoten und Geschwüre auf den Schleimhäuten, der Haut und den inneren Organen bekommen und hohes Fieber haben. Rotz ist auch für den Menschen ansteckend und ist daher in der Schweiz meldepflichtig und zählt zu den auszurottenden Seuchen. 

Rotz im Griff
In Brasilien mit seinem Pferdebestand von nicht weniger als 7,5 Millionen Tieren gibt es immer wieder endemisch Fälle von Rotz, welcher seit ein paar Jahren mittels eines strikt verfolgten Planes bekämpft wird. Um eine Ansteckung auf jeden Fall ausschliessen zu können, dürfen nun seit April dieses Jahres bis zum Start der Olympischen Spiele – mit Ausnahme dieses Testevents – keine Pferde auf dem Gelände in Deodoro eingestallt bzw. geritten werden.

Weiter findet nächstes Jahr vom Flughafen bis zum Wettkampfort alles unter strikter Quarantäne statt, womit auf dem Platz derzeit sogar extra eine hochmoderne Klinik mit allen Möglichkeiten eingerichtet wird, damit die Pferde bei einem Notfall nicht den Platz verlassen müssen. Zudem wird eine konsequente Bekämpfung aller möglichen Überträger von Krankheiten wie Insekten oder Nagetiere betrieben. 

Diese Massnahmen bringen eine weitere Herausforderung mit sich: Die Sandböden der Vierecke für Dressur und Springen sind neu eingerichtet worden und können in der Regel nur mittels regelmässiger Nutzung und Bewässerung optimal für einen Wettkampf vorbereitet werden. Dies bleibt jetzt aber aus, da ja infolge der epidemiologischen Vorkehrungen keine Pferde auf die Anlage dürfen. 

Angenehmes «Winter»-Klima
In der Zeit während den Olympischen Spielen in Rio ist gerade Winter. Das Klima ist recht trocken und die Temperaturen liegen relativ konstant zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Somit sollte der Anlass für aus dem Sommer kommende, fitte Pferde aus Europa und Nordamerika durchaus machbar sein.

Im Anschluss an die Rekognoszierung konnten alle Beobachter des Testevents Verbesserungsvorschläge an die Organisatoren richten sowie die Schweizer Delegation einen Bericht an Swiss Olympic senden: Kurz zusammengefasst bringt ein solcher Sportanlass diverse logistische Herausforderungen mit sich. Weiter ist es relativ kompliziert, für den ganzen Staff inklusive der Trainer eine Akkreditierung zu erhalten. Als Zuschauer an die Olympischen Spiele in Rio zu gehen, kostet einiges an Geld. Man tut gut daran, sich möglichst früh um Unterkunft und Tickets zu kümmern.

Im Deodoro-Gelände werden nebst allen Pferdesportdisziplinen – Concours Complet, Dressur, Springen und anschliessend während der Paralympics auch Para-Equestrian Dressage – noch weitere Sportarten ausgetragen, u. a. BMX, Kanu, Hockey, Moderner Fünfkampf, Mountainbike und Schiessen. Deodoro selbst ist eine touristisch nicht gerade attraktive «Militärstadt». Die Athleten und Offiziellen werden im rund 25 Autominuten entfernten Olympischen Dorf, im vornehmen Barra im Süden Rios, untergebracht sein. Die Grooms werden im eigens dafür errichteten Village nahe bei den Stallungen einquartiert.

Nicole Basieux

Wie komme ich an Tickets?

Vom 5. bis 21. August 2016 finden in Rio de Janeiro die ersten Olympischen Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent statt. Ab sofort sind bei Globetrotter Travel Service Tickets für den Grossanlass inkl. Packages erhältlich. Globetrotter Travel Service ist Official Partner von Swiss Olympic und damit die offizielle Schweizer Verkaufsstelle für Arrangements und Tickets an die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Alle Informationen über das Angebot gibt es unter www.globetrotter.ch/rio2016.

Impressionen vom Testevent