Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

Menü
Dressur
Dressur

Nachwuchsförderung Dressur – Gute Basis und erste Erfolge

16 Dezember 2014 09:14

Seit Ende Juli 2013 unterstützt die UBS AG den Schweizer Dressurnachwuchs in allen Kategorien. Die Nachwuchsreiter haben die Chance genutzt und ihre Leistungen weiter gesteigert. Die Nachwuchsverantwortliche Heidi Bemelmans bietet den Jungen die Möglichkeit, ihre Talente in verschiedenen Förderlehrgängen gezielt weiterzubilden.

Carl-Lennart Korsch wird auch 2015 im Ponykader verbleiben. Carl-Lennart Korsch wird auch 2015 im Ponykader verbleiben.

Die Resultate 2014 lassen sich sehen. An der Europameisterschaft der Ponies in Irland gab es einen sechsten Platz für das Team und zwei Reiterinnen schafften es ins grosse Finale. Da erreichte Naomi Winnewisser mit über 73 Prozent den neunten Rang. Bei den Jungen Reitern war ebenfalls ein Team an der EM am Start, das in der Endabrechnung den siebten Platz belegte.
In allen Nachwuchskategorien gab es zudem gute Resultate an internationalen Turnieren. So gewann Naomi Winnewisser die Pony-Kür im deutschen Babenhausen und Estelle Wettstein überzeugte bei den Jungen Reitern international mit diversen Siegen.

Die U25+ konnte sich ebenfalls gut in Szene setzten. Simona Aeberhard gewann in Babenhausen den Grand Prix U25 und die Kür. Sie konnte zudem an der U25 Tour am CDIO Aachen teilnehmen – als erste Schweizer Reiterin überhaupt.

Vielfältiges Angebot

Nachdem Mitte 2013 der Fördervertrag mit der UBS abgeschlossen war, griff er 2014 erstmals richtig. So standen acht Lehrgänge und zwei Sichtungsturniere auf dem Programm. Ein erster Höhepunkt, der in der Fachpresse auch Schlagzeilen gemacht hatte, war Mitte Januar das Wochenende mit der deutschen Spitzenreiterin Helen Langehanenberg. Bereits eine Woche später arbeitete eine Gruppe mit dem deutschen Landestrainer Hans Güter Scholten, bevor im Februar ein Training mit der internationalen Richterin Katrina Wüst folgte.

So waren die Kadermitglieder gerüstet für die erste Sichtung im Rahmen des Dressurturniers in Bern. Dort waren spezielle Förderpreise ausgeschrieben, die von internationalen Richtern beurteilt wurden und den Teilnehmern eine erste Standortbestimmung erlaubten. Ausserdem wurden alle Ritte aufgezeichnet, was die Basis war für das nächste Training mit dem deutschen Bundestrainer Oliver Oelrich in Deitingen. Er ging bei jedem Teilnehmer auf das Gezeigte ein und arbeitete mit jedem individuell an den Problembereichen. Gekrönt wurde dieses Wochenende von einem gemeinsamen Racletteabend, der das ganze Team näher zusammenbrachte. Mit den zweiten Sichtungsprüfungen in Bättwil endete die Saisonvorbereitung und die Turniersaison ging so richtig los.

Neue Schweizermeisterschaft

Neben den Europameisterschaften war die Schweizermeisterschaft ein Höhepunkt der Saison, es wurde hart um die Medaillen gekämpft, aber neben dem Viereck war die Stimmung gut. Vor allem war es eindrücklich zu sehen, wie die Nachwuchsleute auch etwas riskierten: Auch nach einem weniger gelungenen Teil eines Wettkampfes gaben sie nicht auf, sondern reagierten.

Zum ersten Mal wurde eine Meisterschaft U25+ ausgetragen. Neun Reiterinnen lies­sen sich die Chance nicht entgehen und zeigten spannenden Sport. Gerade in der Dressur ist der Schritt von den Jungen Reitern zur Elite riesengross. Mit der Kategorie U25+ bekommen die Nachwuchsreiter die Chance, sich weiterzuentwickeln und sich langsam dem höchsten Niveau zu nähern, ohne die Freude am Sport zu verlieren. Leider gibt es auf dieser Stufe «noch» keine Titelkämpfe. Die FEI hat sich noch nicht dazu entschieden, obwohl sich die Nachwuchsverantwortlichen der meisten Nationen dafür ausgesprochen haben. Dafür ist 2015 eine EM Children Dressur ausgeschrieben.

Kontinuität und Fortschritt

Der Vertrag mit der UBS wurde vorerst auf drei Jahre abgeschlossen mit Option auf Weiterführung. So kann 2015 weitergearbeitet werden. Die Herausforderungen für die Nachwuchsverantwortliche Heidi Bemelmans werden nicht kleiner. Im November fand eine erste Sichtung für die Children statt und das Ponykader steht vor einem grossen Umbruch, drei EM-Reiterinnen müssen altersbedingt im nächsten Jahr zu den Junioren übertreten. Naomi Winnewisser hat sich in dieser Kategorie bereits etabliert und dies mit dem nationalen Meistertitel 2014 auch bestätigt.

Die Junioren haben 2014 grosse Fortschritte gemacht, so dass die Chance besteht, 2015 ein Team an die EM zu entsenden. Auch die Jungen Reiter sind gut aufgestellt. Sie sollten an die Resultate 2014 anknüpfen können, genauso wie die U25+.

Nachdem nun die Kader nach den erbrachten Leistungen neu bestimmt wurden, beginnt bereits die Arbeit für die kommende Saison. International wird diese Anfang März mit dem Turnier im französischen Vidauban gestartet. An diesem Ort werden auch die Europameisterschaften der drei Nachwuchskategorien Children/J/YR ausgetragen. Bereits im Januar werden die Förderlehrgänge im gleichen Rahmen beginnen wie 2014.

Claudia A. Spitz

Im Gespräch: Heidi Bemelmans – die Drahtzieherin

Die Nachwuchsverantwortliche Heidi Bemelmans arbeitet seit 2009 mit dem Schweizer Pony-Nachwuchs und seit 2013 auch mit allen anderen Nachwuchskategorien.

«Bulletin»: Was hat sich seit 2009 im Nachwuchsbereich Dressur verändert?
Heidi Bemelmans: Die Reiter haben grosse Fortschritte gemacht und wir haben es geschafft, mit den Ponys internationales Niveau zu erreichen. Unsere Nachwuchsreiter überzeugten in allen Kategorien mit guten Resultaten, auch im Ausland, und haben sich international voll etabliert.

Inwieweit hat sich Ihre Arbeit durch die Unterstützung der Förderer verändert?
Durch diese wertvolle, grossartige Unterstützung der Förderer konnten wir das Angebot an Lehrgängen deutlich erhöhen und international renommierte Fachleute hinzuziehen. Dank dem dadurch weiter gestiegenen Niveau können wir mehr Auslandturniere bestreiten und die Reiter können sich den internationalen Richtern präsentieren und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Was waren Ihre Höhepunkte 2014?
Die Resultate an den Europameisterschaften und an internationalen Turnieren sowie die erste Schweizermeisterschaft U25+. Dass wir einen Startplatz an der U25-Tour in Aachen erreichten, freute mich. Auch die Arbeit an den Lehrgängen mit den internationalen Fachleuten war spannend, die uns auch bestätigten, dass sich unsere Reiter stark verbessert haben.

Was steht 2015 an?
Wir möchten natürlich die Resultate von 2014 bestätigen und weitere Fortschritte machen, was besonders bei den Ponys nach dem Generationenwechsel nicht einfach sein wird. Es wäre schön, wenn wir an die Titelkämpfe in allen Kategorien eine Mannschaft entsenden könnten.

Die Förderlehrgänge gehen weiter und ich bin überzeugt, dass die Reiter davon profitieren werden und die Fördermassnahmen auch umsetzen können. Mein Ziel ist weiterhin, Fördern und Fordern in Einklang zu bringen. Ich erarbeite nun für alle Kategorien im Nachwuchsbereich eine klare Jahresplanung mit den Lehrgängen und dazu einen Turnierkalender mit CDIs und CDIOs. Ich schaue, dass die Nachwuchsreiter so viele Turniere wie möglich gemeinsam bestreiten, um den Teamgeist zu stärken. In meiner Position als Nachwuchsverantwortliche und Trainerin schaue ich auch, dass ich auf dem neusten Stand bin, was alle Reglemente und aktuelle internationale Kriterien betrifft.

Was erwarten Sie im nächsten Jahr von den Kaderreitern?
Sie müssen zielgerichtet und -bewusst trainieren. Sie sollten mental stark und leistungsorientiert sein, denn die internationalen Anforderungen sind hoch und steigen weiter mit jedem Jahr. An den Turnieren beobachte ich die Schweizer Reiter umfassend. Für mich zählt im Hinblick auf Championate nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die Teamfähigkeit des Einzelnen.

Claudia A. Spitz