Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Para-Equestrian
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Jahresbericht 2014 - Disziplin Para-Equestrian: WEG – Meilenstein erreicht

15 März 2015 07:00

Mit der Teilnahme an den Weltreiterspielen in Caen (FRA) war das Ziel 2014 für Para­sport Schweiz erreicht, und es ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Disziplin Para-Equestrian (PE) gesetzt worden. Sport verbindet und bietet Möglichkeiten zur Integration, fördert Selbstvertrauen sowie Selbständigkeit und leistet damit auch einen Beitrag zur Akzeptanz von Parasport als Leistungssport bis zum höchsten Niveau. 

10 Jahre Para-Leistungssport

Die Mini-Delegation an den Paralympics 2004 in Athen vermochte erstmals auf den Para-Pferdesport in der Schweiz aufmerksam zu machen. Kleine Schritte in über zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit einer motivierten und überdurchschnittlich einsatzbereiten, kleinen Gruppe von engagierten Athleten sowie ihrer ehrenamtlichen Crew führten zur Anerkennung als eigenständige Disziplin PE. Ohne Unterstützung, Begleitung und Vertrauen von PluSport Behinderten Sport Schweiz wäre es dem kleinen Fachgremium nie möglich gewesen, mit para-equestrian-spezifischen Ergänzungen bestehende Strukturen in der Organisation SVPS für eine Disziplin Para-Equestrian (PE) anzupassen und damit den Parasport im Regelsport zu integrieren. 

Die PE-Turniersaison war gespickt mit Trainingseinheiten unter der Leitung des Nationaltrainers Franz-Martin Stankus und zielgerichtet auf die erfolgreiche Qualifikation von Nicole Geiger mit Ry de Lafayette und Celine van Till mit Amanta für die WEG in Caen. Eine grosse Herausforderung, denn das Schweizer Team war seit über zwei Jahren mangels entsprechender Reiterpaare gezwungen, von der internationalen Plattform auf diesem Niveau Abstand zu nehmen. 

Einsatz und Engagement, Kommunikation und Bereitschaft für ein Miteinander sind unabdingbar und Voraussetzung für den Erfolg. Mit der einmaligen Plattform anlässlich des CSIO St. Gallen konnte mit Unterstützung der SUVA die Vielfalt rund um den Parasport und PE-Dressage bis zum höchsten Niveau in verschiedenen Facetten präsentiert werden. Im Stall Ahorn in Abtwil fand als Vorbereitung für die WEG parallel dazu während fünf Tagen das PE-Training mit dem Nationaltrainer statt. 

«Wer im Leben kein Ziel hat, verläuft sich» COOL & CLEAN, Swiss Olympic

Wie wertvoll ein solcher PE-Zusammenzug für den Parasport und sein Team sein kann, hat sich gezeigt. Das Leitungsteam PE ist bestrebt und bemüht, seinem vielfältigen Aufgabenbereich und den Bedürfnissen mit Einsatz und Engagement gerecht zu werden. Um dies machbar zu machen, sind alle gefordert, sich uneigennützig für die Sache einzusetzen, aus Freude für den Partner Pferd und für den Parasport auf allen Stufen. 

Die Konsolidierung der Aufbauarbeit von Para-Pferdesport in der Schweiz mit Beginn im 2000 zeigt sich in der Anerkennung sowie in der integrierten Reglementierung. Mit der PEID (Para-Equestrian Identitätskarte), gültig an Wettkämpfen wie auch an Brevet- und Lizenzprüfungen, kann nun ein wertvolles Instrument für die Startmöglichkeit eingesetzt werden, wie Rahel Meyer und Rolf Ambauen mit ihrem erfolgreichen Abschluss an den Lizenzprüfungen gezeigt haben. Bei Ausbildnern wie auch bei der Umsetzung von Reglementen und Weisungen ist Voraussetzung, mit der spezifischen Materie im Parasport vertraut zu sein. Oft sind es kleine, aber für Para-Dressage massgebende Abweichungen, die entscheiden, aber für die Beteiligten eine Herausforderung bedeuten. Für ein Gelingen ist der Parasport auf die Erfahrung kompetenter Fachvertreter angewiesen und nicht minder auf die Kooperation aller Engagierten, diese für die junge Disziplin PE wegweisend einzusetzen. 

Dass dies nicht ganz einfach und vor allem ein Thema ist, zeigt das Schlusswort anlässlich des Treffens Para-Equestrian Trainerclub, international PETC mit Vertretern aus 13 Nationen aufgrund der Begebenheiten an den WEG: «PETC muss hart daran arbeiten, dem Charakter der Disziplin Para-Equestrian gerecht zu werden, um die Grundidee auch im Laufe der Integration beizubehalten!»

Das soll auch für den Parasport in der Schweiz das Motto sein. Ein grosses Dankeschön gebührt all denen, die sich bereits in diesem Sinn engagiert haben. Wir freuen uns, auch in Zukunft auf sie zählen zu dürfen. Für ein erfolgreiches Weitergehen braucht es Mut und Vertrauen wie auch Neueinsteiger, damit die immer grösser werdende Aufgabenvielfalt, breit abgestützt, in tatkräftiger Zusammenarbeit bewältigt werden kann.

Simone Rubli, Leiterin Disziplin Para-Equestrian