Schweizerischer Verband für Pferdesport SVPS

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Dossier: Jubiläen

Ausbildung – das Hauptziel des SVPS 2015

19 Januar 2015 07:56

Dieses Jahr feiert das Reiter-Brevet sein 25- jähriges Bestehen. Es vermittelt und prüft das Grundwissen im Pferdesport. Der Schweizerische Verband für Pferdesport hat diese Ausbildung auf die Beine gestellt und verwaltet sie heute. Der Verband nutzt das Jubiläum, um in diesem Jahr auf den Schwerpunkt Ausbildung zu setzen. 2015 werden mehrere entsprechende Projekte aufgegleist. Das Ziel ist, Interessierte zu Aus- und Weiterbildungen zu ermutigen.

Im Frühling erscheint eine Broschüre, die die Notwendigkeit der Ausbildung und die verfügbaren Ausbildungsangebote des Schweizerischen Verbands für Pferdesport SVPS vorstellen wird. Der SVPS wird auch an drei grossen Veranstaltungen anwesend sein: an der BEA in Bern, am Comptoir in Lausanne und an der OLMA in St. Gallen. Der Verband möchte keine obligatorische Ausbildung einführen, sondern eher die Neugier der Reiter und Fahrer wecken und ihnen so die Lust am Lernen vermitteln. Auch Berufsreiter werden an den Projekten beteiligt sein. Sie müssen sich vermehrt für die Wertschätzung einer guten Ausbildung engagieren und ihr Wissen weitergeben.

Wohlbefinden und Achtung des Pferdes, Sicherheit und Zukunft des Pferdesports
Eine gute Grundausbildung ist für die Hauptanliegen Wohlbefinden und Achtung des Pferdes, Sicherheit und Zukunft des Pferdesports im weiteren Sinne unabdingbar.
Der SVPS engagiert sich seit vielen Jahren für die Achtung und das Wohlbefinden des Tieres. Dies geht vom korrekten Umgang über angemessene Pflege bis hin zum geeigneten Material. Viele unangemessene Verhaltensweisen der Reiter erfolgen nicht absichtlich, sondern sind Folgen von Wissensmangel. Einzig eine gute Ausbildung garantiert die angemessene Nutzung des Pferdes, die auch seine Bedürfnisse berücksichtigt.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Sicherheit des Reiters oder Fahrers sowie der Drittpersonen, die involviert sein können. Mit seinem Temperament, seiner Kraft und seinem Gewicht ist das Pferd ein Tier, das schwere Unfälle verursachen kann. Der Reiter und Fahrer muss also lernen, wie er sich diesem Tier gegenüber richtig zu verhalten hat, und dies bereits zu Fuss, im Umgang mit dem Pferd. Schlechte Verhaltensweisen sind häufige Ursachen für Verletzungen. Wenn der Reiter oder der Fahrer dann im Sattel sitzt bzw. die Fahrzügel in der Hand hält, ist er neben seiner eigenen Sicherheit auch dafür verantwortlich, dass keine Drittpersonen Schaden nehmen. Ein Pferd, das im Galopp durchbrennt, kann zu dramatischen Konsequenzen führen. Mit dem zunehmenden Strassenverkehr sind die Risiken, die solch eine Situation mit sich bringt, viel grösser als noch vor ein paar Jahren.

Die ständig steigende Anzahl Pferde, die Verdichtung des ländlichen Raumes sowie die Nutzung dieses Raumes durch immer mehr Menschen – Jogger, Radfahrer, Spaziergänger – stellen zudem auch reichlich Konfliktpotenzial dar. Um dieses Risiko, das zu Verboten für Reiter und Fahrer führen kann, zu minimieren, ist es unerlässlich, dass alle gut ausgebildet werden. 
Die Zukunft des Pferdesports, sei es Freizeit- oder Turniersport, hängt also von einer soliden Grundausbildung ab.

Weniger praktische Erfahrung
Man kann sich fragen, ob die Reiter weniger gut ausgebildet sind als früher.
Der Zugang zu Informationen, insbesondere über das Internet, war noch nie so einfach. Doch ein Buch oder eine Webseite – die man ausserdem kritisch auswählen und beurteilen sollte – werden niemals die Arbeit mit einem Lehrer ersetzen können. Auch wenn vieles bei weitem nicht perfekt war, hatten Reiter früher eine viel tiefere Kenntnis der Pferde. Sie verbrachten täglich viele Stunden mit ihnen, zum Beispiel als Landwirt oder Mitglied der Kavallerie.

Obwohl sich der Status des Pferdes in der Gesellschaft heutzutage verändert hat und sie eher Freizeit- oder Heimtiere als Arbeitstiere sind und man viele Emotionen mit ihnen verbindet, trifft man mit ihnen nur punktuell zusammen. Die praktische Erfahrung nimmt darum eher ab. Dieses Wissen, das man früher durch täglichen Kontakt sammelte, muss man nun durch andere Mittel ersetzen.

Auch die Entwicklung der Pferdebranche spielt eine Rolle bei diesem Verlust an Fachkenntnissen. Zum Beispiel gibt es immer weniger Schulpferde, was die Ausbildung keinesfalls fördert: Heute reitet ein Anfänger sehr schnell nur noch ein einziges Pferd, entweder weil er selber eines besitzt oder weil er eine Reitbeteiligung hat. Früher ritten die meisten Reiter erstmals viele verschiedene Schulpferde, jedes mit seinem eigenen Charakter, und erwarben so kostbare Erfahrung, bevor sie ein eigenes Pferd erstanden. 

Ein weiteres Phänomen darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden: die Verbreitung des Reitsports, die es bereits einem grossen Teil der Bevölkerung ermöglicht, zu reiten oder ein Pferd zu kaufen. Die Kosten der Weiterbildung des Reiters und seines Pferdes durch Unterricht bei Berufsreitern sollten immer im Budget eingeplant sein. Diesen Teil zu vernachlässigen kann zu vielen Problemen führen.

Véronique Curchod

Das Brevet feiert ein Vierteljahrhundert

Das Brevet, das dieses Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, prüft, ob der Reiter das Tier in allen drei Gangarten unter Kontrolle hat, und liefert den minimalen Wissensstand, um sich um ein Pferd zu kümmern. Das Brevet wurde vom SVPS ins Leben gerufen und wird in den meisten Reitschulen oder Klubs von Berufsreitern bzw. von Vereinstrainern angeboten. Es kann in den Richtungen «klassisches Reiten», «Westernreiten» oder «Gangpferdereiten» absolviert werden und ist eine gute Basis für jeden Reiter oder Fahrer, der sich seriös ausbilden lassen möchte.

Das Brevet ist ausserdem obligatorisch, um an Turnieren in den Disziplinen Springen, Dressur, Concours Complet, Endurance, TREC, Reining und Fahren teilzunehmen. In den letzten Jahren ist nur ein Drittel der Reiter, die das Brevet erworben haben, im darauffolgenden Jahr an Turnieren gestartet. Dies bedeutet, dass die meisten Reiter ausschliesslich die Prüfung ablegen, um solide Kenntnisse zu erwerben, was ein erfreuliches Resultat ist.

In 25 Jahren wurden über 90 000 Brevets ausgehändigt. Seit Frühling 2014 wird das Brevet ebenfalls als «e-learning» angeboten. Dies ist vor allem für die jungen Leute ein attraktives Medium. Nachdem man das Brevet erworben hat, kann man sich je nach Wunsch anhand des Silbertests CC, des Goldtests oder des Wanderreiterbrevets weiterbilden. Von den 200 000 Menschen, die derzeit mehr oder weniger regelmässig in einer Reitdisziplin aktiv sind, hat schätzungsweise ein Viertel die Brevet-Ausbildung absolviert. 

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